Sechs bis acht Prestige-Standorte be­halten, den Rest weiterverkaufen: Nach diesem Szenario dürften die neuen Globus-Eigner Signa/Central Group mit ­ihrem Schweizer Zukauf verfahren. Für den «Rest», die rund 35 Läden in meist kleinen und mittelgrossen Städten, bringt sich ein Trio in Bieterstellung.

Entsprechend den Erwartungen in der Branche gehört PKZ dazu, wie ein Sprecher be­stätigt: «PKZ hat schon früh Interesse an einzelnen Standorten gezeigt; das ist und bleibt interessant für uns. Allerdings in­teressieren wir uns nur für eine beschränkte Zahl im einstelligen Bereich.»

Waldburger will einen Teil

Ebenfalls ins Rennen geht Modeunternehmer Andrin Waldburger, dessen Pearl-­­Lady-Fashion-Gruppe bereits für die ganze Globus-Gruppe geboten hatte. Zur Gruppe gehören aktuell 18 Modeläden (Street One, Cecil, Fidelio, Titolo, Tierra, Laube & Gsell, Fashion Vestis sowie die Online-­Shops Fashion Vestis und Titolo). Waldburger meldet Appetit auf einen Teil der 35 Globus-Fachformate an: «Daran besteht unsererseits ein Initial­interesse. Im mittleren Segment, in welchem früher Schild positioniert war, gibt es weiterhin einiges Potenzial.»

Zu den Interessenten soll zudem der frühere Globus-CEO Thomas Herbert zählen, der ebenfalls für die ganze Gruppe geboten hatte, dabei aber dem Duo Signa/Central Group unterlag. Herbert, der im Verwaltungsrat von Globus sitzt, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Hohe Mieten und Lohnkosten

Die ganze Globus-Gruppe realisierte 2019 einen Umsatz von 763 Millionen Franken. Die rund 35 Fachformate standen dabei für ein Verkaufstotal zwischen 100 und 120 Millionen Franken.

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Beobachter gehen davon aus, dass der siegreiche Bieter die rund 35 Läden umsonst erhalten dürfte und dabei nur für das Warenlager Geld ausgeben muss. Teurer und aufwendiger wird die Sache nachher im Betrieb. Viele der Läden sind mit lange laufenden Mietverträgen ausgestattet, die noch zu Zeiten vereinbart wurden, als in der Schweiz Hochkonjunktur herrschte, Betongold en vogue war und Mieter bereit waren, sich auf lange Frist zu binden.

Kommt dazu, dass viele der Angestellten in den 35 Fachformaten noch mit ­Verträgen der einstigen Globus-Mutter Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) ausgestattet sind, was dem Aufwandfaktor Personal – neben Warenaufwand und Mieten der grösste Kostenblock im Detailhandel – gehöriges Gewicht gibt.