Es gibt wohl wenige Menschen in Europa, die noch nie aus einem dickwandigen Duralex-Glas getrunken haben. Aber bald könnten es mehr werden: Die berühmte französische Glasfirma steht vor dem Bankrott. Das Tribunal de Commerce von Orléans hat Duralex unter Zwangsverwaltung (redressement judiciaire) gestellt.

Dies melden diverse französische Medien (etwa hier, hier, hier): Die Glasfabrik sei überschuldet gewesen. Innerhalb von sechs Monaten muss das Gericht nun über die Zukunft des Unternehmens entscheiden. Bis dahin können die 248 Angestellten am Firmenstandort La Chapelle-Saint-Mesmin in Zentralfrankreich weiterarbeiten.

Exportgeschäft brach ein

Das Unternehmen – gegründet direkt nach dem Zweiten Weltkrieg – war offenbar schon vor der Lockdown-Krise in Schwierigkeiten, nachdem es 2017 mit einem neuen Ofen zu Produktionsproblemen gekommen war. Mit dem Coronavirus brach dann aber auch das sehr wichtige Auslandsgeschäft fast vollständig zusammen.

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«Wir haben ungefähr 60 Prozent der Umsätze verloren, die wir zuvor mit Exporten erzielt hatten», zitiert das Magazin «Capital» den CEO und Mehrheitsaktionär Antoine Ioannides. «Und die Exporte machen ungefähr 80 Prozent unserer Einnahmen aus.»

Im Geschäftsjahr 2019 erreichten die Umsätze von Duralex umgerechnet knapp 30 Millionen Franken.

(rap)