Wirtschaftsminister Guy Parmelin steht derzeit von allen Seiten unter Druck. Der Wirtschaftsverband Economiesuisse, der Gewerbeverband und die politische Linke fordern Parmelin auf, angesichts des drohenden Strom- und Gasmangels im kommenden Winter zu handeln.

Die Mangellage stehe kurz bevor, sagte SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Jetzt müsse der Bundesrat planen und organisieren. Das Departement Parmelins habe noch nicht geliefert. Damit riskiere es gesellschaftliche und wirtschaftliche Schäden, die zu verhindern wären.

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Sparmassnahmen sollen schon im Herbst kommen

Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse verlangt ebenso wie der grüne Zürcher Nationalrat Bastien Girod von Parmelin, dass der Bundesrat schon im Herbst einschneidende Sparmassnahmen ergreift. Die Wirtschaft will, dass die Privathaushalte präventiv ihre Heizung herunterschrauben. Der Bundesrat dürfe nicht mehr zuwarten.

Es brauche Sparmassnahmen im privaten Bereich, bevor die Wirtschaft abgewürgt werde, sagte Christoph Mäder, Präsident der Economiesuisse, gegenüber der «SonntagsZeitung». Das wäre nur mit Dringlichkeits- oder Notrecht möglich.

Zu den möglichen Sparmassnahmen gehören unter anderem, die Schaufenster- und Gebäudebeleuchtungen sowie die Leuchtreklamen und die Rolltreppen abzuschalten. Economiesuisse will selbst, dass die Strassenbeleuchtungen zu später Stunde ausgeschaltet werden.

Der Gewerbeverband hatte am Freitag die Pläne Parmelins gegen die Stromknappheit kritisiert. Der Dachverband der KMU hatte einen Brief an den Wirtschaftsminister geschickt. Er möchte vom Bundesrat in die Diskussionen rund um das Thema Energie mit einbezogen werden.

(sda/dob)