Es sind oft die kleinen Dinge, die an der Basis Hoffnung auf grössere Veränderungen wecken: etwa persönliche Präsenz. So macht Gabriel Brenna, der seit Anfang Dezember der neue Chef der Raiffeisen Schweiz ist, derzeit eine wahre Tour de Suisse. Gleich in seiner ersten Arbeitswoche besuchte der neue starke Mann der zweitgrössten Bankengruppe der Schweiz acht Raiffeisenbanken im Tessin und in der Romandie, die Woche darauf folgten Antrittsvisiten bei acht Banken in der Deutschschweiz. «Bei seinem Vorgänger mussten wir Jahre warten, bis er sich hier mal blicken liess», lobt ein lokaler Raiffeisen-Manager. «Brenna kam schon nach wenigen Tagen.»
Auch in der St. Galler Zentrale freuen sich Banker über den frischen Wind, den der 52-Jährige bringt: «Mir gefällt seine zupackende, schnörkellose Art», sagt ein Topmanager, «Brenna stellt die richtigen Fragen.» In Sachen Strategie hat Brenna intern noch keine Ankündigungen gemacht – er wolle erst einmal zuhören. Aber sowohl an der Basis als auch in der Zentrale der Raiffeisen Schweiz gilt der neue Chef als Mann des Aufbruchs. «Wir hoffen auf mehr Dynamik, sein Vorgänger Heinz Huber war ja mehr ein Verwalter», sagt der Verwaltungsratspräsident einer Raiffeisenbank.

