Bis jetzt läuft es uns sehr gut», sagt Mido-Chef Franz Linder im Hinblick auf die globale Finanzkrise. «Wir wollen Marktanteile gewinnen, verfolgen eine langfristige Strategie und bauen auf Kontinuität. Unsere Uhren sind weder trendy noch fashion, sondern zeitlos, stilsicher und eigenständig.» Der 40-jährige Mido-Manager ist heute selbst Garant für Kontinuität, ist er doch bereits seit 1995 im Unternehmen tätig; zuerst als Verkaufschef, seit 2002 als Markenchef.

Die Eigenständigkeit bewahren

In dieser Zeit ist es Linder mit seinem Team gelungen, die Marke aus dem Swatch-Konzern neben Certina und Tissot, die alle drei gemeinsam im Industriegebäude der Tissot in Le Locle unter einem Dach vereint sind und gemeinsam von modernen Produktionsanlagen samt Logistik profitieren, eigenständig zu positionieren. Während Tissot als Vollsortimenter ein sowohl breites wie tiefes Uhrenangebot bietet, konzentriert sich Certina vor allem auf den sportlichen Bereich (Auto- und Motorradrennsport), sodass Mido in der zeitlosen Klassik genügend Freiraum bleibt.

Name hat Ursprung in Spanien

1918 in Solothurn von Georges Schaeren gegründet, konzentrierte sich der Uhrenhersteller nämlich von Beginn weg auf die Herstellung schnörkelloser, funktionaler und widerstandsfähiger Armbanduhren. Im aufblühenden Automobilmarkt der 1920er Jahre kreierte Mido Uhrengehäuse in Form der Kühler-Grille der Autobauer Excelsior, Bugatti, Buick, Fiat oder Ford. Der Markenname Mido ist übrigens von der Ichform «mido» des spanischen Verbs «medir» (messen) abgeleitet worden.

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Bis zum Zweiten Weltkrieg wuchs die inzwischen nach Biel verlegte Uhrenherstellerin zu einer beachtlichen Grösse heran und machte sich in jenen Jahren auch mit Pilotenuhren einen Namen. Gründersohn Walter Schaeren war Pilot der Schweizer Luftwaffe und präsidierte nach dem Krieg das Familienunternehmen.

1971 gelangte Mido unter das Dach der Asuag (Allgemeine Schweizerische Uhrenindustrie AG), die in der ersten Hälfte der 80er Jahre mit der Omega-Tissot-Gruppe SSIH zur SMH fusionierte, die später in Swatch Group umbenannt worden ist.

Wechsel drängen sich nicht auf

Da Mido in all den Jahren nie aufgehört hat, mechanische Zeitmesser herzustellen, überstanden ihre erfolgreichen Kollektionen das Rad der Zeit. So datiert die Multifort auf das Jahr 1934 zurück, die damals dank der Erfindung des Kork-Kronendichtungssystems Aquadura für eine absolute Wasserdichtigkeit bahnbrechend war (siehe Kasten). Sie ist noch heute eine sehr widerstandsfähige, funktionale und erfolgreiche Uhrenkollektion in einfach-klarem Design. «Unsere Uhren sind nicht primär für Jungs gedacht, unsere Hauptkundschaft sind Männer und Frauen ab 25 Jahren», sagt Linder dazu.

Bis heute praktisch unverändert ist die 1959 lancierte Commander mit dem damals neuartigen einteiligen Monocoque-Gehäuse, das in Verbindung mit dem eingepressten Permafitglas absolute Luftdichtigkeit garantiert – eine geniale Konstruktion. Sie brachte die Mido-Ingenieure nach dem Aquadura-Dichtungsystem ihrem Ziel, Uhren mit extrem langer Lebensdauer zu fertigen, nochmals einen Schritt näher.

Vollkommene Stilsicherheit aufs Minimum reduziert, erreicht die 1976 eingeführte Kollektion Baroncelli. Die beiden Neuheiten 2008 – die Chronometer-Jubiläumsuhr und die mit rosegoldfarbener PVD-Beschichtung versehene Dreizeigeruhr mit Gangreserve – beweisen auch 32 Jahre später, wie zeitlos schlichte Eleganz gefallen kann. Übrigens reiht sich Mido mit knapp 8000 COSC-geprüften mechanischen Uhrwerken auch 2007 unter die Top Ten der Anwärter mit über 1000 Zertifikaten.

1981 erfolgte die Lancierung der Kollektion Ocean Star Captain. Ausgerüstet mit der Aquadura- Langzeitwasserdichtigkeit sind diese Uhren, wie es ihr Name vermuten lässt, für Wasserratten zur Eroberung der Ozeane konzipiert worden. Davon abgeleitet wurde 20 Jahre später Midos erste Sportkollektion, die Ocean Star Sport – äusserst widerstandsfähige Chronographen, die in Deutschland prompt zur «Uhr des Jahres» ausgezeichnet wurden.

Die jüngste und vorläufig letzte Kollektion kommt ohne Lünette aus und heisst entsprechend All Dial – oder eben, alles Zifferblatt. Das grosszügige Design gewähr-leistet die bestmögliche Lesbarkeit von Zeit, Datum und Wochentag. Im Jubiläumsjahr überrascht ein sportlich-schöner, auf 900 Exemplare limitierter Chronometer aus Edelstahl mit schwarzer PVD-Beschichtung und rosegoldfarbenen Bandanstossstegen. Das schwarze Kautschukband und das Zifferblatt aus schwarzen Kohlenstofffasern unterstützen den sportlichen Look.

Optisch ähnlich kommt das zweite neue Modell daher: Ein Chronograph mit Chronometer-Zertifikat der COSC (Controle Officiel Suisse des Chronomètres).

Damen kamen lange Zeit zu kurz

Auch wenn Mido ihr Angebot zur Hauptsache auf den Mann ausrichtet, hat es schon immer zeitlos schöne Automatikuhren für Damen gegeben. So auch in diesem Jahr: Dazu gehört die All-Dial-Automatikuhr mit 78 Top-Wesselton-Diamanten auf den beiden übergrossen Ziffern 6 und 12 sowie rund ums Perlmuttzifferblatt. Der Anteil an Mido-Damenuhren beträgt gemäss Linder immerhin rund 30%.

Von jeher legt Mido nicht nur Wert auf ein zeitlos-elegantes Design, sondern ebenso sehr auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ihrer Zeitmesser. Sämtliche Komponenten sind von hochwertiger Qualität, die Automatikwerke schön dekoriert und bei den meisten Modellen durch ein Mineralglas sichtbar. Bei der All-Dial- sowie der Baroncelli-Kollektion sind zudem die Saphirgläser beidseitig entspiegelt, was eine gute Ablesbarkeit der Zifferblätter garantiert. Für die Gehäuse kommt nur bester Edelstahl 316L in Frage, Boden und Krone sind verschraubt, die Edelstahl- oder Lederbänder mit Faltschliessen versehen.

Dank Kork-Kronendichtungssystem oder verschraubter Krone kann eine absolute Wasserdichtigkeit garantiert werden. Alle Mido-Uhren können deshalb beim Schwimmen oder unter der Dusche problemlos am Handgelenk bleiben. Grossen Wert legt Mido ebenfalls auf die Ganggenauigkeit der Werke; diesbezüglich anspruchsvolle Kunden wählen deshalb von der COSC zertifizierte Chronometermodelle. Ihre Kundschaft findet Mido in Deutschland, in Spanien, in der Schweiz, vor allem aber in Lateinamerika und Asien.

«Wir bewegen uns mit unseren Zeitmessern im Preissegment von 500 bis 2500 Fr., sodass wir auf echte Golduhren und grosse Komplikationen bewusst verzichten», erklärt Franz Linder. Einfachere Komplikationen wie beispielsweise Chronographenfunktionen, Volldatum oder eine Gangreserveanzeige, liegen jedoch alleweil drin. Nicht vergessen darf man dabei, dass auch die Ganggenauigkeitskontrollen der COSC nicht unwesentlich kosten.