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Sport & Beruf
«Ein Sportler hat mit Politik nichts zu tun»

Bei Olympia 1972 in Sapporo raste Hans «Hausi» Leutenegger als Anschieber zu Viererbob-Gold. Was braucht es für den Weg zum erfolgreichen Unternehmer? Einblicke in einem Interview der besonderen Art.

Von Tobias Keller
am 10.02.2014

Hans «Hausi» Leutenegger ist eine nationale Berühmtheit. Eine Legende. Ob als Sportler, Unternehmer oder gar als Schauspieler: Der heute 74-jähirge verbuchte überall seine Erfolge. Sein Unternehmen mit Sitz in Genf verzeichnet heute rund 100 Millionen Umsatz.

Der aufgestellte Leutenegger verspricht handelszeitung.ch nach einem heiteren und lustigen Telefongespräch ein Interview, das allerdings in schriftlicher Form geführt werden müsse. Unser Fragenkatalog zur Karriere nach dem Sport und den entscheidenen Erfolgsfaktoren ist ausführlich – die Antworten fallen deutlich knapper aus. Sie erreichen uns handschriftlich als eingescanntes Dokument – und los geht es (unsere redaktionellen Gedanken in kursiver Schrift). 

Hätten Sie ihre Karriere auch gemacht, wenn Sie in Sapporo nicht die Goldmedaille geholt hätten?
Hausi Leutenegger: Ja.

(Wir merken, dass unsere These von wegen Verknüpfung von Sport und Wirtschaft mit der ersten Frage praktisch in sich zusammenbricht – lassen aber nicht locker.)

Was sind denn die wichtigsten Eigenschaften im Sport, die einem auch beruflich zu Erfolg verhelfen können?
Viel Wille.

Und wo unterscheiden sich der sportliche und der wirtschaftliche Wettbewerb?
Es gibt keinen Unterschied.

(Versuchen wir es nochmals: Details müssen her.)

Gibt es Sportarten, die sich für eine Berufskarriere besser eignen als andere? Was ist gut, was eher nicht?
Es kommt auf den Beruf an.

Was sind die grössten Gefahren, die auf einen Sportler beim Umstieg in die Berufswelt lauern?
Wenn er sich überschätzt.

Wie muss man vorgehen, wenn man nach dem Sport noch Erfolg haben will?
Man muss Talent haben.

(Na, also – das sind doch konkrete Anleitungen an alle Olympiasieger von morgen.)

War es 1972 schwieriger, einen sportlichen Erfolg in geschäftlichen Erfolg umzumünzen als in der heutigen Mediengesellschaft?
1972 war es einfacher.

(Mit anderen Worten: «Hausi» Leutenegger stellt sein Licht unter den Scheffel.)

Heute gibt es viele, fast unbekannte Sportarten an Olympia. Ist es aus Ihrer Sicht für die Karriere wichtiger, in welcher Sportart ein Athlet gewinnt – oder gibt in erster der Athlet als «Typ» den Ausschlag?
Ein Olympia-Sieg beim Ski oder beim Curling ist gleichwertig.

(Wichtiger Hinweis für Curlerinnen und Curler: Mit «fast unbekannten Sportarten» hatten wir natürlich nicht Curling gemeint.)

Ist es heute noch möglich als Sportler nach einem Sieg so lange so erfolgreich zu sein wie ein Bernhard Russi oder Sie es sind?
Nein.

Russland aus Gastgeberland ist für politische und gesellschaftliche Missstände kritisiert worden. Muss sich da ein Sportler auch im Interesse seiner späteren Karriere heraushalten?
Ein Sportler hat mit der Politik nichts zu tun.

Zum Schluss wollen wir von Ihnen noch einen Tipp: Wie viele Medaillen gewinnt die Schweiz und in welchen Disziplinen?
Bob 1, Ski 2, Langlauf 1, Snowboard 3, Skicross 1, Curling 1 (Auf einmal wird es doch noch ausführlich und detailliert – wir rechnen nach und kommen folglich auf 9 Medaillen.)

(Redaktionelle Mitarbeit: Volker Strohm)

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