Alle Augen richten sich heute auf Lindt & Sprüngli. Der Kilchberger Premium-Schokolade-Hersteller legt die Geschäftszahlen für 2025 auf den Tisch. Bereits bekannt ist der Umsatz von 5,92 Milliarden Franken, ein Plus von 8,9 Prozent.
Vor allem interessiert: Lindt hat nicht nur mehr Schokolade verkauft als im Vorjahr – sondern den Umsatz auch dank höheren Preisen hochschrauben können. Der Konzern hat im letzten Jahr die Preise um 19 Prozent erhöht. Grund damals: die Preisexplosion am Kakaomarkt.
Allerdings: An den Rohstoffbörsen ist der Preis für Kakao in den letzten zwölf Monaten um rund 65 Prozent eingebrochen. Wie stark steht Lindt-CEO Adalbert Lechner unter Zugzwang, seine Schokolade den Konsumenten nun wieder günstiger zu verkaufen?
Auf Anfrage verweist der Kilchberger Konzern auf seine langfristige Beschaffungsstrategie. «Es wird einige Zeit dauern, bis wir die Auswirkungen niedrigerer Kakaopreise spüren werden», so eine Sprecherin. Zudem seien andere Rohstoffe, wie Nüsse, nach wie vor teuer. Eine Preisreduktion schliesst Lindt zwar nicht aus – im Vorfeld an die heutige Medienkonferenz hält sich der Schokoladen-Hersteller jedoch sehr bedeckt.
Hier sind die Preise bereits gefallen
Andere Verkäufer haben ihre Preise bereits nach unten geschraubt. So etwa der Discounter Lidl schon im letzten September: 100 Gramm Milchschokolade von Fin Carré kosten noch 69 Rappen – eine Preisreduktion von 8 Prozent. Die dunkle Tafel Schokolade ist 10 Rappen günstiger geworden und kostet nun 80 Rappen.
Die Migros mit eigener Schokoladenherstellung reduzierte ihre Schokoladenpreise Anfang 2026, heisst es auf Anfrage. Eine 100-Gramm-Tafel der Eigenmarke Frey kostet seitdem 2.30 Franken – 20 Rappen weniger als zuvor. Um gleich viel hat die Migros auch den Preis von Frey Suprême Noir Extra gesenkt: Eine Tafel gibt es jetzt für 3.30 Franken.
Die Migros-Discounttochter Denner senkte die Preise im Dezember 2025 um rund 30 Prozent. Die Milch-Nuss-Schokolade kostet 80 Rappen, zuvor zahlte man für 100 Gramm 1.20 Franken.
Auch bei Schokolade von Markenherstellern will Denner an den Preisen schrauben. Konsumenten profitieren davon aber erst in der zweiten Jahreshälfte, heisst es. Details wolle man noch keine verraten.
Coop krebst zurück
Chef Philipp Wyss von Coop hat an der Jahresmedienkonferenz vor ein paar Wochen ebenfalls Preissenkungen versprochen. Bei Schokolade aus der Eigenproduktion von Halba soll es im Sommer respektive Herbst so weit sein, hiess es.
Auf Anfrage bei Coop will man von diesem Versprechen nichts mehr wissen. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine verbindlichen Aussagen zu möglichen Preisanpassungen machen», sagt eine Sprecherin gegenüber Blick. Die Argumentation klingt ähnlich wie bei Lindt. Coop habe bisher nicht von tieferen Einkaufspreisen bei Kakao profitiert, so die Sprecherin. Sobald das der Fall sei, soll auch die Kundschaft auf ihre Kosten kommen.

