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Biotechnologie
Evolva ist weit von Gewinnzone entfernt

Stevia
Stevia: Evolva entwickelt Süssstoff aus der Pflanze.Quelle: Keystone

Evolva hat den Verlust 2017 ausgeweitet. Die Gewinnzone will die Biotechfirma in drei bis fünf Jahren erreichen.

Veröffentlicht am 20.03.2018

Die Biotechfirma Evolva weist für 2017 einen grösseren Verlust aus: Das Nettoergebnis lag mit minus 39,0 Millionen Franken 9 Prozent tiefer als im Vorjahr. Zwar wurden die Forschungskosten planmässig zurückgefahren, doch ein Personalabbau verursachte Extrakosten. 

Die Produktverkäufe legten auf tiefem Niveau stark zu, nämlich um 82 Prozent auf 2,0 Millionen Franken, wie dem am Dienstag publizierten Jahresbericht zu entnehmen ist. Der Umsatz von Partnerschaften aus Forschungs- und Entwicklungstätigkeit (F&E) strategiekonform sank um 37 Prozent auf 4,8 Millionen Franken. Der Gesamtumsatz reduzierte sich um 29 Prozent auf 6,8 Millionen Franken. 

Zahlungen wegen Entlassungen

Ausgabenseitig stieg der gesamte Betriebsaufwand leicht auf 51,7 Millionen Franken. Der F&E-Aufwand sank dabei um 15 Prozent auf 28,2 Millionen Franken. Der Verwaltungs- und Vertriebsaufwand hingegen stieg um 28 Prozent auf 18,9 Millionen Franken. Der Betriebsverlust stieg um 9 Prozent auf 44,9 Millionen Franken. 

Zum Verwaltungsaufwand schreibt Evolva, dass die Steigerung primär auf Abfindungszahlungen zurückzuführen sei. Die Firma hatte im Herbst ihre Tätigkeit in Reinach BL konzentriert und Standorte in Dänemark, den USA und Indien herunter gefahren, gegen 80 Angestellte verloren dadurch den Job. Evolva setzt künftig voll auf eigene Produkte statt Partnerschaftserträge. 

Unter dem Strich stieg der Konzernverlust um 9 Prozent auf 39 Millionen Franken. Die flüssigen Mittel hingegen lagen per Jahresende mit 97,2 Millionen Franken doppelt so hoch wie vor Jahresfrist. Das Eigenkapital stieg nach weiteren Kapitalerhöhungen im Herbst um gut einen Viertel auf 221 Millionen. 

Gewinnschwelle noch Jahre entfernt

2018 rechnet die Firma laut einer Mitteilung mit «mindestens» einer Verdoppelung des Umsatzes sowie einer Reduktion des Verlustes. Die Rede ist von einer «nachhaltigen Burn Rate». In etwa drei bis fünf Jahren visiert das Management gemäss früheren Angaben die Gewinnschwelle an. 

Evolva hat drei Schlüsselprodukte, die alle mittels Hefefermentation hergestellt werden: Als Duft- und Geschmacksstoff schon im Handel ist Nootkaton, ein Zitrusfrucht-Inhaltsstoff. Evolva hofft auf eine Zulassung des Stoffs auch zur Schädlingsbekämpfung noch 2018. Auch das in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzte Reservatrol ist auf dem Markt. 

Für den Stevia-Süssstoff Eversweet ist die - ursprünglich schon 2015 angekündigte - Markteinführung im laufenden Jahr geplant, samt ersten tiefen Lizenzerträgen. Partner ist der US-Lebensmittelriese Cargill, bei dem Eversweet produziert werden soll. Der US-Konzern beliefert unter anderem Coca-Cola und Pepsi mit Süssstoffen. 

Evolva war 2011 in die Stevia-Entwicklung eingestiegen und hatte 2013 mit Cargill einen Partner dafür gefunden. Die Produktion mittels Fermentation soll deutlich günstiger sein als die traditionelle Auslösung des Süssstoffs aus der gleichnamigen Pflanze.

(sda/gku/mlo)

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