Der frühere Chef des italienischen Rüstungskonzerns Finmeccanica, Giuseppe Orsi, ist wegen Korruption und Bilanzfälschung zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Wie italienische Medien berichteten, verurteilte das Mailänder Berufungsgericht den mitangeklagten früheren Chef der Finmeccanica-Tochterfirma AgustaWestland, Bruno Spagnolini, zu vier Jahren Haft. Im ersten Prozess 2014 waren die beiden Männer nur wegen Bilanzfälschung zu jeweils zwei Jahren Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht verurteilte sie nun auch wegen Korruption.

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Verbindungen in die Schweiz

In der Korruptionsaffäre, wegen der Orsi im Februar 2014 festgenommen wurde und kurz darauf zurücktrat, ging es um den Verkauf von zwölf Helikoptern an Indien im Jahr 2010. Bei dem Rüstungsdeal im Wert von 556 Millionen Euro sollen Schmiergelder geflossen sein. Laut Anklage soll Finmeccanica insgesamt 51 Millionen Euro an Mittelsmänner in der Schweiz gezahlt haben. Einer der Mittelsmänner, der Italoschweizer Carlo Gerosa, wird von Indien per Interpol gesucht.

Indien hatte den Kaufvertrag mit AgustaWestland wegen der Vorwürfe schliesslich annulliert. Orsi beteuerte stets seine Unschuld. Sein Anwalt kündigte an, das Urteil erneut anzufechten. Die Entscheidung des Berufungsgericht sei «unerklärlich».

(sda/chb)