Luxus-Hotels im Nahen Osten, in London, Frankfurt, Schanghai und auf den Malediven. Rund zwei Dutzend Edel­häuser, darunter das berühmte «Burj al Arab» in Dubai, leitet der Ex-Kuoni-Manager Stefan Leser in seiner neuen Funktion als Chef der renommierten Jumeirah-Gruppe. Daneben hat der Bayer seit kurzem eine Funktion inne, die nicht im Wüstensand von Dubai, sondern im Zürcher Startup-Gebiet angesiedelt ist.

Leser amtet als Präsident des Schweizer Tech-Startups Joixes, das den Entscheidungsprozess im Internet neu angehen will. «Wir sind eine Suchmaschine, die den persönlichen Geschmack der User in den Vordergrund stellt», sagt Joixes-Chef Ben Boesch, selber auch ein Ex-Kuoni-Mann.

HSG-Rektor im VR

Im Mai wollen die Schweizer ihre Suchmaschine lancieren, mit der die User personalisiert und treffsicherer als bei Google auf bevorzugete Inhalte aus Gebieten wie Mode, Accessoires, Möbel, Gastronomie oder Kultur kommen sollen. Joixes-Nutzer stellen über einen «Geschmacks­kalibrator» ihre ästhetischen Präferenzen fest. In einem Quiz wählen sie Bilder aus 32 Karten aus, die ihnen entsprechen. ­Solcherart werden passendere Inhalte ­gefunden als bei der textbasierten Suche, ist man bei Joixes überzeugt.

Leser ist nicht der einzige Wirtschafts-Crack, der an dieses Online-Junggewächs glaubt. Auch Ex-HSG-Rektor Ernst Mohr sitzt im VR des Schweizer Startups.

11 Jahre im Dienst von Kuoni

Leser stand elf Jahre im Dienst von Kuoni, Mitte 2014 trat er dann zurück, weil er keine Chance für das CEO-Amt sah. Zuletzt war er bei der Kuoni Group Executive Vice President für Outbound Travel Nordic, Grossbritannien, Benelux, Indien, China und Hongkong sowie für den Schweizer Heimmarkt zuständig.

Statt Leser erklimmter Peter Meier den CEO-Posten 2014. Offenbar hatte Leser schon damals darauf gedrängt, die zukunftsträchtigen Sparten auszubauen und sich vom Reisegeschäft zu trennen. Meier hielt daran fest – bis zu seinem Abgang im letzten November.

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