Gold und Öl haben diese Tage neue Rekordpreise erklettert. Die Rohstoff-Hausse ist in vollem Gange – und vorerst ist kein Ende in Sicht. Nach wie vor ist es aber für Privatanleger nicht einfach, am Höhenflug der Rohwarenmärkte teilzunehmen. Den Handel mit Futures wagen die wenigsten Privatanleger und beim Kauf von Aktien besteht die Gefahr, genau jene Einzelunternehmen auszuwählen, die dann doch nicht an der Hausse teilnehmen.

Anzahl ETF an SWX verdoppelt

Investoren haben die Qual der Wahl. Immer mehr sogenannte Exchange Traded Funds (ETF) gelangen an die SWX Swiss Exchange. Dort sind derzeit 114 dieser Indexprodukte kotiert, davon zehn aus dem Rohstoffbereich. Damit hat sich ihre Anzahl innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Der Umsatz dieser Wertpapiere belief sich in den ersten drei Quartalen 2007
auf 21,1 Mrd Fr., was im Vergleich mit der Vorjahresperiode einem Zuwachs von satten 60% entspricht.
Kein Wunder: Die börsengehandelten Indexfonds weisen – im Gegensatz zu den aktiv gemanagten Fonds deutlich tiefere Verwaltungsgebühren auf. Dies deshalb, weil sie als passiv gemanagte Vehikel die Kosten für die Fondsführung einsparen. Den Verzicht auf ein aktives Management sei dabei kein Nachteil, ist Alex Hinder von Hinder Asset Management überzeugt: «Die meisten aktiv verwalteten Fonds schlagen den Vergleichsindex nicht.» Ausserdem sei die Aktienselektion häufig ein Nullsummenspiel, da die Titelauswahl nur einen sehr geringen Einfluss auf die Performance habe. Der Boom der ETF gibt ihm Recht.
Nicht nur die Anzahl, auch die Auswahl der kotierten ETF vergrössert sich laufend. «Neben Emerging Markets und Hedge-Fonds geht der Trend eindeutig Richtung Rohstoffe», so Maurizio Maniglia von ABN Amro. Über ihre Luxemburger Fondsplattform Market Access hat ABN Amro im vergangenen Juni drei «klassische» Rohstoff-ETF sowie einen auf Goldminenfirmen lautenden Indexfonds lanciert und an der SWX gelistet. Ein weiterer Player auf dem Schweizer Rohstoff-ETF-Markt ist Lyxor Asset Management, ein 100%iges Tochterunternehmen der Société Générale.

Rohstoff-ETF sind gefragt

Lyxor AM verwaltet im Bereich Index Tracking ein Vermögen von 22 Mrd Euro. Von den Zukunftsaussichten der Rohstoff-ETF ist auch Roger Bootz, Vizepräsident ETF und Derivatives Schweiz bei SG, überzeugt. Er zitiert aus einer Studie: «36% der professionellen europäischen Anleger entgegnen auf die Frage, welche Produkte künftig gewünscht würden, dass sie an Rohstoff-ETF interessiert sind.» Bereits 21 ETF von Lyxor sind an der SWX kotiert, darunter basieren zwei auf Commodities.
So der Lyxor ETF Commodities CRB Non-Energy: Der Indexfonds wurde am 24. Oktober 2006 an
der SWX kotiert. Der Index setzt sich zu einem Drittel aus Nahrungsmitteln zusammen. Je 20% sind dabei in Getreide und Industriemetalle investiert, der Rest in Edelmetalle und Viehwirtschaft. Der Lyxor ETF Commodities CRB ist zu 23% in Erdöl angelegt. Der Fonds wurde am 26. Juni 2006 liberiert und hat ein Fondsvolumen von rund 70 Mio Dollar.
Auf Rohstoffe setzt auch die Zürcher Kantonalbank. Der ZKB Gold ETF wurde am 16. März emittiert. Die Bank hinterlegt dafür derzeit physisches Gold im Gegenwert von 677 Mio Fr. Daneben stehen noch drei weitere ETF auf Silber, Palladium und Platinum zur Verfügung.
Von i-shares, dem nationalen und internationalen Marktführer in Sachen ETF, kann bisher an der SWX noch kein auf Rohstoff lautender Indexfonds gehandelt werden.

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Günstig und liquide

Exchange Traded Funds (ETF)
Das sind passiv verwaltete Indexfonds. Sie bilden einen Index eins zu eins nach. Weil im Gegensatz zu klassischen Fonds auf ein aktives Management verzichtet wird, sind die Verwaltungsgebühren günstiger. Ausserdem können die Papiere jederzeit an der Börse gehandelt werden. Sowohl institutionelle wie auch zunehmend private Investoren nutzen diese günstige Möglichkeit und profitieren vom Diversifikationseffekt.