Unstimmigkeiten im Verwaltungsrate über das Expansionstempo haben die Aktien der Versandapotheke Zur Rose am Montag auf Talfahrt geschickt. Die Titel sanken an der leicht festeren Börse um 3,9 Prozent auf 86,30 Franken. Am frühen Nachmittag notierte der Titel noch 3,1 Prozent im Minus.

Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass Vanessa Frey und Heinz Baumgartner bei der Generalversammlung am 23. Mai aus dem Verwaltungsrat ausscheiden werden. «Dieser Schritt steht im Zusammenhang mit unterschiedlichen Auffassungen über Art und Geschwindigkeit der Umsetzung der Wachstumsstrategie», erklärte Zur Rose.

Die Rücktritte lösten Marktteilnehmern zufolge Spekulationen aus, der grösste Aktionär könnte aus dem Unternehmen aussteigen. Die Familie Frey hält nach Angaben des Finanzdatenanbieters Refinitiv gut zehn Prozent der Aktien. Frey und Baumgartner vertreten im sechsköpfigen Verwaltungsrat die Corisol Holding, in der die Beteiligung gebündelt ist.

Forsches Wachstum bereitet Aktionären Sorge

«Es scheint so, dass den beiden Verwaltungsräten das forsche Wachstum mit den vielen Akquisitionen, Kapitalerhöhung und Fremdkapitalaufnahme zu schnell ging und sie nun die Konsequenzen daraus ziehen und aus dem Verwaltungsrat ausscheiden», erklärte Analystin Sibylle Bischofberger von der Zürcher Kantonalbank.

Zur Rose hat seit dem Börsengang Mitte 2017 ein forsches Akquisitions-Tempo angeschlagen. Zuletzt wurde im Herbst Deutschlands drittgrösste Onlineapotheke Medpex für 170 Millionen Euro in bar plus erfolgsabhängige Zahlungen übernommen und dafür eine 200 Millionen Franken schwere Kapitalerhöhung durchgeführt.

(reuters/mbü/bsh)

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