Bei der Zusammenstellung der grössten Unternehmen der Schweiz rücken neben den seit vielen Jahren regelmässig im Rampenlicht stehenden Konzernen heute vermehrt Firmen in den Vordergrund, von denen man während des Jahres relativ wenig hört, die aber als diskrete Player in der Schweiz wie auf dem Weltmarkt zum Teil dominierende Rollen spielen. Die Schweizer Wirtschaft ist zwar geprägt durch KMU – dies ist eine alte Weisheit. Bei zahlreichen Familiengesellschaften allerdings kommt die Bezeichnung KMU eher einer Untertreibung gleich. Denn nicht wenige unter ihnen erzielen Milliardenumsätze und beschäftigen einige tausend Mitarbeitende. Unter den 129 Umsatzmilliardären in der diesjährigen «Handelszeitung»-Top-500-Liste sind mehr als 30 Familienunternehmen zu finden. Das beginnt schon bei der umsatzstärksten Schweizer Firma. Die hiesige Nummer eins – Glencore International – befindet sich in privater Hand. Zu den grossen Unternehmen, die einem einzigen Aktionär gehören, zählen aber auch der Konzern Kühne + Nagel (Klaus-Michael Kühne), die Careal-Holding (Walter Haefner), die Emil-Frey-Gruppe (Walter Frey), die Hilti-Gruppe (Michael Hilti), der Bühler-Konzern (Urs Bühler), Globus-Cosmos (Gebrüder Mantegazza), Triumph International (Dieter und Michael Braun), Endress + Hauser International (Georg H. Endress und Familie) sowie die Manor-Gruppe (Nordmann, Maus).
Etliche dieser Aushängeschilder haben sich in den vergangenen Jahren eine führende Position in ihrem Tätigkeitsgebiet erobert; man denke an die Logistikkonzerne Kühne + Nagel sowie die Panalpina Welttransport. Die frühere Diethelm-Keller-Gruppe (heute DKSH Management AG) ist ein weltweit führendes Handelsunternehmen mit über 20000 Mitarbeitenden. Die zur Careal Holding gehörende Amag AG ist der grösste Schweizer Autoimporteur. Die Emil-Frey-Gruppe allerdings ist – zählt man alle Auslandaktivitäten zum Umsatz dazu – mit über 6 Mrd Fr. Umsatz das klar dominierende Autohandelsunternehmen. Zu den heimlichen Riesen zählt aber auch das Touristikunternehmen Globus Cosmos, zu der die Fluggesellschaft Monarch Airlines gehört, eine der grössten Chartergesellschaften Europas. Das Imperium der Mantegazzas zählt zu den verschwiegensten Unternehmen in unserem Lande, ähnlich wie die Omya-Gruppe, der Uhrenhersteller Rolex, die Sicpa-Holding oder die Maschinenfabrik Wifag. Sie erzielen beachtenswerte Erfolge auf dem Weltmarkt, wollen dies aber nicht nach aussen manifestieren und schon gar nicht mit exakten Zahlen unterlegen.

Anzeige