Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) gibt grünes Licht für die Übernahme der Minderheitsaktionäre von Schmolz + Bickenbach (S + B) durch die Venetos. Sie hat die Beschwerde der Gebuka AG gegen den Entscheid der Übernahmekommission zurückgewiesen, wie die Finma am Donnerstagabend mitteilte.

Damit hat Gerold Büttiker, Noch-Verwaltungsrat und Minderheitsaktionär des Stahlkonzerns S + B, im Kampf gegen eine drohende Übernahme durch den Investor Viktor Vekselberg und die Familienaktionäre eine Niederlage erlitten. Die nun zurückgewiesene Beschwerde hatte Büttiker vor zehn Tagen bei der Finma eingereicht.

Keine Verfahrensmängel

Der Finma-Übernahmeausschuss sei zu dem Schluss gekommen, dass das öffentliche Kaufangebot von Venetos den gesetzlichen Bestimmungen entspreche, hiess es. Die entsprechende Verfügung der Übernahmekommission in dieser Sache behalte damit ihre Gültigkeit. Ende Juli hatte die Kommission das Angebot von Vekselbergs Renova respektive ihrer Tochterfirma Venetos für S + B abgesehen von einigen Auflagen für konform mit den gesetzlichen Bestimmungen erklärt.

Anzeige

In seiner Beschwerde hatte Büttiker der Übernahmekommission gravierende Verfahrensmängel vorgeworfen. Er kritisierte insbesondere, dass die Kommission sämtliche Abklärungen an die Beratungsfirma Deloitte als Prüfstelle delegiert habe. Das Ausmass der Delegation ist laut Büttiker problematisch, da eine Prüfstelle in einem Auftragsverhältnis zum Anbieter stehe. Deloitte sei Vekelsbergs Lager «zu nahe», um die gelieferten Informationen «kritisch» zu hinterfragen. Mit seiner Beschwerde strebte Büttiker einen markant höheren Übernahmepreis für alle Aktionäre an.

Machtkampf geht in die nächste Runde

Anfang August hatte der Verwaltungsrat von S+B das Übernahmeangebot von Renova abgelehnt. Diese Stellungnahme war allerdings nur Formsache, da Renova zusammen mit den Gründerfamilien bereits ausreichend viele Aktien besitzt, um den Stahlkonzern massgeblich zu kontrollieren. Büttiker, der 6 Prozent der S+B-Aktien hält, erklärte daraufhin Anfang August zusammen mit fast allen Verwaltungsräten den Rücktritt aus dem Aufsichtsgremium zur ausserordentlichen Generalversammlung am 13. September.

(awp/moh)