Unterwarteter Wechsel bei Biketec. Simon Lehmann, seit Frühling 2014 Chef des Schweizer Elektrovelo-Herstellers, tritt per sofort ab. Das bestätigt Biketec-Präsident Franz Studer gegenüber der «Handelszeitung»: «Simon Lehmann verlässt das Unternehmen auf persönlichen Wunsch per sofort.»

Lehmanns interimistischer Nachfolger tritt den Dienst bereits nächsten Montag an. Es handelt sich um Andreas Kessler, bis vor kurzem noch Verkaufschef beim Schweizer Outdoor-Ausrüster Mammut. Daneben sei auch die Suche nach einem definitiven neuen Chef eingeleitet worden, sagt Biketec-Präsident Studer.

Lehmann kam von Hotelplan

Simon Lehmann wurde im März 2014 neuer Chef von Biketec. Zuvor leitete er die Hotelplan-Tochter Interhome. Von Lehmann weiss man, dass er für den Tourismus und dort speziell für die digitale Transformation glüht. So sass er auch während seiner Zeit als Biketec-Chef im Verwaltungsrat des US-amerikanischen Ferienunterkunftsvermieters Homeaway, bis dieser Firma von  Expedia übernommen wurde.  

Beobachter glauben, dass der schnelle Abgang von Lehmann nicht mit Zahlen oder seiner Performance zu tun habe. Vielmehr sei es so, dass er mit der E-Bike-Branche «nie richtig warm geworden» sei, wie ein Beteiligter festgestellt haben will.

Göhner-Tochter trat 2012 an

Biketec lebt zu 75 Prozent vom Export seiner E-Bikes, Hauptmärkte sind Deutschland, Holland und Österreich. Die Aufhebung der Euro-Untergrenze sei stark spürbar gewesen, sagt Biketec-Präsident, man habe 2015 aber keine Verluste eingefahren: «Wir kamen auf ein ausgeglichenes Ergebnis.»

Die Biketec AG ist mit ihrer Marke Flyer Marktführerin bei Elektrovelos in der Schweiz. Die Firma wurde 2001 gegründet. Heute arbeiten rund 200 Personen für das KMU im bernischen Huttwil, das einen Umsatz von rund hundert Millionen Franken erzielt.

2012 übernahm die EGS Beteiligungen AG, eine hundertprozentige Tochter der Ernst-Göhner-Stiftung, 40 Prozent der Biketec-Aktien.

 

 

 

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