Zudem brachten Börsengänge von Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr erstmals mehr Geld ein als bei der fossilen Konkurrenz, wie die Londoner Initiative Carbon Tracker in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse errechnete.

Allerdings legten Investoren in den vergangenen zehn Jahren in der Summe immer noch weit mehr Geld im Geschäft mit Öl, Gas und Kohle an. Demnach sank der kollektive Börsenwert der traditionellen Energiekonzerne und verwandter Unternehmen in diesem Zeitraum um 123 Milliarden Dollar. 

Dazu zählte Studienautor Henrik Jeppesen neben der Förderung fossiler Brennstoffe auch Energieversorger, Pipelines und Dienstleister.

Jeremy Rifkin: «Wenn wir den New Green Deal nicht umsetzen, wird es einen Kollaps geben»

Am Dienstag präsentiert die EU-Kommission ihre Pläne zum «Green New Deal». Experte darin ist der US-Ökonom Jeremy Rifkin. Ein Gespräch.

Insgesamt investierten Geldgeber laut der Studie von 2011 bis 2020 640 Milliarden Dollar in neu ausgegebene Wertpapiere traditioneller Energieunternehmen und der Öl-, Gas- und Kohleförderung, aber nur 56 Milliarden im Bereich der erneuerbaren Energien. Jeppesen und sein Assistent Oliver Booth werteten dafür nach eigenen Angaben 2360 Wertpapier-Transaktionen bei knapp 450 Investmentbanken aus.

Bei den Börsengängen ist laut Jeppesen die Abkehr von fossilen Brennstoffen bereits sichtbar: Demnach brachten Börsengänge im traditionellen Energiegeschäft 2020 weltweit noch 10 Milliarden Dollar, erneuerbare Energien dagegen 11 Milliarden.

(awp/tdr)