Es erinnert ein wenig an die «Freedom Fries», die in den USA nicht mehr «French Fries» heissen durften. Nur verloren die Pommes Frites 2003 ihren Namen, weil die Franzosen nicht an der Seite der Amerikaner in den Irak-Krieg ziehen wollten. Dieses Mal ist es genau umgekehrt. Jetzt verliert der Aggressor die Namensrechte.

Seit rund zwei Wochen verkauft die Basler Grossbäckerei Sutter ihren «Russenzopf» unter dem Namen «Friedenszopf». Die Idee sei von Angestellten vorgeschlagen worden, sagt Geschäftsführerin Katharina Barmettler-Sutter. «Ich bin solchen Vorschlägen gegenüber immer offen, daher sagten wir: Das machen wir.»

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Von der Kundschaft haben sie bisher nur positive Reaktionen erhalten, sagt Barmettler-Sutter. Vielleicht auch, weil die Aktion zugunsten Dritter geht. Die Einnahmen spendet die Bäckerei während eines Monats der Caritas. «Wir haben etwa das Vier- bis Fünffache des Normalen verkauft, seit die Aktion läuft», sagt die Sutter-Chefin.

Negative Reaktionen habe es bisher nicht gegeben. Auch wenn sich die Aktion verbal gegen Russland äussert, versuche man, sich ansonsten neutral zu verhalten. «Krieg verursacht immer Leiden auf allen Seiten. Wir haben mit der Caritas bewusst ein breit aufgestelltes Hilfswerk ausgewählt.»

Mit 26 Filialen gehört der «Sutter Begg» zu den schweizweit grössten Filialbäckereien. Viele von ihnen haben in den letzten Jahren stark expandiert, wie die «Handelszeitung» Anfang Jahr aufgezeigt hat.