Der Schweizer Bordverpfleger Gategroup erhält den Zuschlag für die Übernahme der Lufthansa-Catering-Tochter LSG in Europa. Dies bestätigte der deutsche Airline-Konzern am Dienstag. «Der Verkauf ist Teil der neuen Strategie der Lufthansa Group, sich künftig stärker auf das Airline-Geschäft zu konzentrieren», so die Mitteilung aus Frankfurt. «Gleichzeitig bietet der Verkauf dem neuen Eigentümer die Möglichkeit, das Catering-Geschäft weiter zu entwickeln.» Dem Deal müssen noch der Aufsichtsrat und Kartellbehörden zustimmen.

Die Offerte  von Gategroup überbot offenbar das Angebot es Wettbewerbers Do&Co aus Österreich. Die LSG Group, die neben dem Catering noch andere Dienstleistungen anbietet, beschäftigt rund 35'500 Mitarbeiter, davon etwa 7000 in Deutschland. Mit einem Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro ist sie weltweit die Nummer zwei im Airline-Catering-Business. Die Gategroup beschäftigt rund 45'000 Mitarbeiter und setzt über 4,5 Milliarden Franken um.

Nummer eins plus Nummer zwei

Das Catering-Geschäft werde durch eine Vielzahl von Standorten, hohe Personalkosten und Wechselkursrisiken herausgefordert, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr Anfang des Jahres erklärt.

Die Gewerkschaft Verdi warnte die Lufthansa zuletzt wegen des geplanten Verkaufs der Catering-Tochter LSG vor Streiks. Vor der Unterzeichnung eines Vertrags mit einem neuen Eigentümer müsse die Airline Arbeits- und Einkommensbedingungen der LSG-Arbeitnehmer tarifvertraglich schützen, hiess es vergangene Woche.

Gategroup gehört dem Staatsfonds Temasek in Singapur und der asiatischen Investmentfirma RRJ Capital; diese hatten das Unternehmen in mehreren Schritten vom chinesischen Konglomerat HNA übernommen. Gategroup betreibt die Marke Gategourmet.

(reuters/mbü)