Der Basler Pharmakonzern Roche unterstützt eine Fashion-Show in New York, an der Models mit Spinaler Muskelatrophie (SMA) auftreten. Das berichtet das Pharmabranchenportal «Statnews».  Die Fashion-Show findet an der berühmten Fifth Avenue statt – mit Scheinwerferlicht und Gedränge im Publikum. Es ist mehr als billiges Marketing.

Der Event ist Teil der von der Roche-Tochter gesponserten Kampagne SMA My Way, bei der es darum geht, für SMA zu sensibilisieren. SMA ist eine schwere Nervenkrankheit. Das erste Model, der amerikanische Sänger und Songwriter James Ian, hinkt leicht und trägt einen auffälligen Anzug mit einem aus Perlen besticktem heulenden Wolf auf dem Rücken.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Joe Lakhman, ein Student aus New York, trägt eigentlich kein Leder. Denn Leder ist steif, und das macht es schwierig, einen Rollstuhl zu bedienen. Doch hier trägt er eine rote Lederjacke, deren Ärmel angenäht sind, sodass er genügend Bewegungsspielraum hat. Bei den Kleidern einiger Frauen wurden die Säume gekürzt, damit sie sich nicht in den Rädern ihrer Rollstühle verfangen.

Roche und Novartis haben eine Therapie am Start

SMA ist eine schwere, genetisch bedingte Krankheit, bei der die Motoneuronen geschädigt werden. Das sind die Nervenzellen, die für die Steuerung der Muskelbewegungen verantwortlich sind. Sie führt zu Lähmungserscheinungen und Muskelschwund und sie beeinträchtigt die Funktion von Herz und Verdauung. SMA tritt bei einem von 10’000 Neugeborenen auf. Kinder, die an SMA Typ 1 leiden, der schwersten Form von SMA, werden meist keine zwei Jahre alt.

SMA wurde vor allem durch Novartis breiter bekannt. Der Basler Pharmakonzern hat mit Zolgensma eine Gentherapie entwickelt, die vor allem bei kleinen Kindern mit schwerer SMA gute Resultate zeigt. Bei der Behandlung älterer Patienten und Patientinnen aber gab es Rückschläge. Novartis machte im vergangenen Jahre 1,35 Milliarden Dollar Umsatz mit Zolgensma.

Rund läuft es dagegen bei Roche. Der Konzern ist bei SMA Evrysdi am Start. Die Therapie hilft dem Körper bei der Bildung von Motoneuronen. Das Medikament wurde 2020 von der amerikanischen Arzneimittelbehörde zugelassen, seit 2021 ist steht es auch den Patientinnen und Patienten in Europa zur Verfügung. Das Medikament ist auf dem Weg, ein Blockbuster zu werden. Im ersten Halbjahr machte Roche 500 Millionen Franken Umsatz mit Evrysdi.