Nach den Absagen des Genfer Autosalons wegen der Coronakrise will die Stiftung, die die Rechte an der Veranstaltung besitzt, diese nun verkaufen. Dabei schätzt die Rechteinhaberin den Markenwert der Messe auf rund 15 Millionen Franken.

Nun sollen in Kürze Verhandlungen mit der Messebetreiberin Palexpo aufgenommen werden. Sie gilt als mögliche Käuferin des «Salon international de l'auto de Genève».

«Wir glauben, dass dies ein fairer Preisvorschlag ist. Sie gibt der Palexpo die Möglichkeit, Eigentümerin des Autosalons zu werden. (...) Ich erinnere daran, dass der Salon bereits bisher der Firma Palexpo jährlich 30 bis 35 Millionen Franken einbrachte, das ist ein Drittel ihres Umsatzes», betonte François Launaz, Präsident von Auto-Suisse, dem Dachverband der Schweizer Auto-Importeure, am Dienstag an einer Medienkonferenz.

Die Kaufinteressentin Palexpo befindet sich mehrheitlich im Besitz des Kantons Genf. Die derzeitigen Eigentümer der Veranstaltung hatten vor dem Verkaufsentscheid ein Darlehen von 16,8 Millionen Franken abgelehnt, das der Genfer Grosse Rat Anfang Juni als Hilfe für die Messe bewilligt hatte.

Vorbereitung der Ausgabe 2022

Nun müsse daher der Verkauf schnell abgewickelt werden. «Es ist an der Zeit, die Dinge zu beschleunigen. Wir warten seit März auf eine Lösung», sagte Launaz. «Wenn wir bis September oder Oktober warten, wäre das schlecht. Es wäre besser, bis Ende August eine Einigung zu erzielen», ergänzte Maurice Turrettini, Präsident der Autosalon-Stiftung.

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Ziel sei es, so genügend Zeit für die Vorbereitung der Ausgabe im Jahr 2022 zu erhalten. Die Abhaltung einer Ausstellung im nächsten Jahr sei nicht völlig ausgeschlossen, aber die Entscheidung hierüber sei dem neuen Besitzer überlassen, sagte Turrettini weiter.

Sollten die Verhandlungen scheitern, würde sich die Stiftung auf die Suche nach einem neuen Investor machen. Eine interessierte "Person" habe sich bereits gemeldet, hiess es an der Medienkonferenz. Die Autosalon-Stiftung soll nach Abschluss des Verkaufs aufgelöst werden.

Am Vortag hatten das Komitee und der Stiftungsrat der Automesse beschlossen, den Autosalon auch im nächsten Jahr zu streichen. Eine Umfrage habe ergeben, dass eine Mehrheit der Aussteller «wahrscheinlich» an einer Neuauflage der Messe 2021 nicht teilnehmen werde und einen Autosalon 2022 bevorzuge, hiess es in einem Communiqué vom Montagabend.

(awp/mlo)