Clarissa Haller sollte der Credit Suisse zu einem neuen Profil verhelfen. Mit viel Vorschussloorbeeren wurde die Deutsche im Juli 2014 vom Elektronikkonzern ABB abgeworben. «Ich freue mich extrem, dass sie bald zu uns gehören wird. Sie ist eine sehr erfahrene Kommunikationsfrau», sagte Ex-Chef Brady Dougan bei der Ernennung. Vor ABB hatte die studierte Germanistin für Daimler-Benz Aerospace (heute Airbus Group), den Guetsli-Hersteller Bahlsen und die Division Diagnostics von Roche gearbeitet. Bei der CS wurde sie globale Kommunikationschefin.

Nun bekommt die Karriere einen Knick. Denn Haller verlässt die Credit Suisse überraschend per Ende November, wie ein Sprecher der Grossbank Recherchen der «Handelszeitung» bestätigt. Der schnelle Abgang kommt nur vier Monate nach dem Start des neuen Konzernchefs Tidjane Thiam.

Haller fehlte an Strategie-Präsentation

Thiam soll von Haller wenig angetan gewesen sein. Vor allem der fehlende Hintergrund im Banking sei ihr als Manko angelastet worden, berichten Insider. So durfte sie etwa am 21. Oktober auch nicht mit nach London reisen, wo Thiam vor Analysten und Medien die neue Strategie vorstellte.

Haller versuchte die Kommunikation digitaler zu gestalten und baute in der Credit Suisse einen eigentlichen Newsroom auf. Das kam bei Thiam nicht gut an, vor allem weil Haller auch zahlreiche ABB-Mitstreiter nachzog, die vom Bankgeschäft ebenfalls wenig verstanden. Ad interim übernimmt Medienchef Christoph Meier – ein ehemaliger UBS-Mann – die Leitung der globalen Kommunikationsaktivitäten.

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So sieht die Credit Suisse in Zukunft aus

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Das wird die Credit Suisse der Zukunft: Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam greift durch, verschärft den Sparkurs und beschleunigt den Jobbau. Im Herbst hiess es, 3,5 Milliarden Franken sollen bis Ende 2018 eingespart werden. Dann erhöhte Thiam auf 4,3 Milliarden Franken. Ausserdem fallen mehr Stellen weg, ...