Ja, die Schweizer Warenhauskette Globus wird ins Ausland verkauft. Bislang war sie Teil der Migros, neu gehört sie zu ungefähr gleichen Teilen zu den Retail-Imperien der thailändischen Central Group der Milliardärsfamilie Chirathivat und der Signa Holding des österreichischen Milliardärs René Benko.

Wer den Verkauf ins Ausland bedauert, ignoriert, welch aussergewöhnliche Chance die neuen Eigentümer für Globus eröffnen. Beide sind absolute Detailhandels-Profis. Beide glauben an die Zukunft des stationären Shoppings. Beide stehen Familienunternehmen vor, die unabhängig vom Renditedruck der Börse langfristig agieren können. Beide scheuen sich nicht, grosse Summen in ihre Vorhaben zu investieren. Beide sind sowohl Retail-Unternehmer als auch Immobilien-Unternehmer. Beide wissen, dass ein Warenhaus heute nicht bloss ein Ort zum Einkaufen sein kann, sondern auch ein Unterhaltungstempel sein muss. Und beide kennen sich mit den diversen Segmenten des Detailhandels aus: Sie bieten unter ihren Dächern Angebote für den Massenmarkt, den Premiummarkt und den Luxusmarkt.

International in der ersten Liga 

Kurz: Bezogen auf die finanzielle Potenz und das Wissen als Händler gäbe für Globus nur wenige neue Eigner, die ebenso gut passen würden. Der Track Record des alpin-asiatischen Duos ist jedenfalls beeindruckend. Signa und Central spielen im Warenhaus-Geschäft international in der ersten Liga. Sie kämpfen im Gegensatz zu vielen Konkurrenten aus den USA, Europa und Asien nicht mit schrumpfenden Geschäften. Und beide Unternehmen haben sich in härteren Märkten als der Schweiz bewährt. Gerade in Bangkok ist der Wettbewerb unter den Shoppingcentern brutal.

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Lounge

Lounge im Central Embassy in Bangkok: Shopping Center als Destination.

Quelle: ZVG

Wie genau die neuen Besitzer weiter entwickeln werden, ist derzeit noch offen. Klar aber ist, dass die in der Schweiz bestens eingeführte Marke Globus erhalten bleibt. Und wer wissen will, in welche Richtung die Reise gehen könnte, findet im «Illum» in Kopenhagen, im «Rinascente» in Mailand oder im «Embassy» in Bangkok (siehe Bild oben) Anschauungsunterricht.

Der Verlierer: Jelmoli

Der Milliarden-Deal zwischen der Migros und Signa/Central produziert zwei Gewinner: Verkäuferin Migros und die Globus. Aber auch einen Verlierer: Jelmoli in Zürich. Der bisherige Warenhausplatz-Hirsch im Besitz der Immobilienfirma Swiss Prime Site sieht mit der Globus-Übernahme die Karten neu gemischt. Es würde nicht erstaunen, wenn SPS das Haus angesichts der neuen Ausgangslage demnächst zum Verkauf stellen wird – allen Beteuerungen zum Trotz, am Fremdkörper im Konzern festhalten zu wollen.

Ein Käufer für Jelmoli stünde bereits parat: Aus dem Umfeld von René Benko war in den letzten Monaten immer wieder zu hören, dass man an Jelmoli interessiert sei. Die weitere Milliarde Franken, die für Jelmoli plus Immobilie fällig, könnten die neuen Globus-Eigner auch noch stemmen.