Adelboden, Lenk

Im Winter wirbt ein TV-Spot regelmässig für die Berner Oberländer Skiregion. Bald könnte Adelboden auch im Zusammenhang mit einem Golfplatz Reklame machen, gibt es doch Pläne, das winterlastige Angebot mit einer Golfanlage für Sommergäste attraktiver zu gestalten. Weit ist man in Adelboden zwar noch nicht, aber es bestehen Pläne für eine 9-Loch-Anlage. «Gespräche mit Landbesitzern für eine mögliche Kooperation werden demnächst beginnen», bestätigt Felix Hari, Präsident des Fördervereins Golf Adelboden. Opposition ist im Moment keine auszumachen. Beat Kaderli, Präsident des GC Interlaken, würde einen Platz in Adelboden begrüssen: «Eine solche Anlage würde noch mehr Golftouristen anziehen», ist er überzeugt.

Andermatt

Die Medien haben in den letzten Monaten ausführlich über das Golfplatzprojekt in Andermatt UR berichtet. Das ist ungewöhnlich und hängt damit zusammen, dass es sich hier nicht «bloss» um einen neuen Golfplatz, sondern um ein aufwendiges Tourismusprojekt handelt. Und erst noch eines, das von einem Ausländer, dem Ägypter Samih Sawiris, realisiert wird. Mit den Umweltverbänden hat er sich bereits in umstrittenen Punkten geeinigt. So verzichtet der Initiant auf den Bau von 20 Villen, die mitten im Golfplatz hätten errichtet werden sollen. Das hat die Gegner beruhigt: Inzwischen haben die Bürger von Andermatt und Hospental bei Abstimmungen der Realisation des Projektes und den entsprechenden Zonenplanänderungen zugestimmt.

Axenstein

Schon vor 80 Jahren gab es in Axenstein SZ, hoch über dem Vierwaldstättersee, einen Golfplatz. Daran erinnert sich kaum mehr jemand. Doch jetzt gibt es ein Revival: Nachdem die Initianten rund um den Zürcher Anwalt und Landbesitzer Georg Wiederkehr über zwei Jahre lang diskutiert und mit Einsprachen konfrontiert waren, wird der Platz gemäss Klubpräsident Beat Semadeni heuer am 26. Mai 2007 eröffnet. Die Anlage ist ausgesprochen naturnahe, ein Umstand, der vom WWF lobend erwähnt wird. Nur der Schweizer Golfverband (ASG) macht (noch) nicht mit: Die Delegierten lehnten eine Aufnahme aus undurchsichtigen Gründen ab. Der Klub gibt freilich nicht auf und wird wohl bei der nächsten Gelegenheit in die ASG aufgenommen.

Aristau/Beinwil

Seit Jahren wird im Freiamt über den Bau einer, respektive von zwei Golfanlagen in den Gemeinden Aristau und Beinwil diskutiert. Eine Entscheidung ist gefallen: Die Stimmbürger von Beinwil haben die Schaffung einer Golfplatzzone mit 210 zu 101 deutlich abgelehnt. Damit rückt das ältere der beiden Projekte wieder ins Blickfeld. «Jetzt müssen wir die Lage neu beurteilen», meint Jörg Ilg, Präsident der IG Golfclub Freiamt. Aristau hat fünf Jahre Zeit, dem Freiämter Golfplatzprojekt doch noch zum Durchbruch zu verhelfen.

Bergdietikon

In Bergdietikon AG gibt es ein neues Projekt, das von der Golfpark Herrenberg AG verfolgt wird. Im Moment klingt noch alles positiv: Erste Gespräche mit den Landeigentümern und den kommunalen Behörden seien erfolgreich angelaufen, und auch Gemeindeammann, Paul Meier,
stehe dem Projekt wohlwollend gegenüber, heisst es. Der Golfpark soll auf einem Gelände von 60 bis 90 ha entstehen und dereinst 18 oder 27 Loch aufweisen.

Delémont

Im Januar 2007 hatte es für die Initianten noch recht gut ausgesehen: Der Gemeinderat von Delémont JU hatte seine Zustimmung zum Projekt eines 18-Loch-Golfplatzes Domont gegeben. Sogar der sozialistische Bürgermeister, Maire Gilles Froidevaux, sprach sich dafür aus. Doch er und seine Mitstreiter machten die Rechnung ohne die Landwirte, welche ihren Widerstand wieder aufnahmen. Und der kam nicht zu knapp: Nach der öffentlichen Auflage des Projektes wurden nicht weniger als 19 Beschwerden eingereicht. Private hatten ebenso Rekurs erhoben wie Umweltverbände. Doch der demokratische Prozess wird trotzdem seine Fortsetzung finden: Am 17. Juni 2007 werden die Bürger über das Schicksal des Golfplatzes Domont entscheiden.

Faido

Vor vier Jahren tauchten erstmals Pläne für einen alpinen 9-Loch-Platz in Faido TI auf. Das Projekt geriet dann aber ein wenig in Vergessenheit, weil sich der politische Alltag total auf die geplante Fusion von Faido mit mehreren Gemeinden fokussierte. Jetzt scheint die Sache aber wieder aus der Schublade gezückt zu werden. Gemäss Plänen von Peter Harradine soll ein Platz auf 30 ha für rund 5 Mio Fr. entstehen, inbegriffen eine Driving Range sowie zwei Biotope. Erste Kontakte mit den Landbesitzern seien positiv verlaufen.

Gams

Bereits auf die Zielgerade einbiegen kann das Projekt eines 18-Loch-Platzes in Gams SG: Ende Dezember 2006 erfolgte der Spatenstich; im Moment wird im Gamserriet emsig gebaut. Gegenwärtig werden die Tees, die Flächen für die Weiher und die Drainageleitungen bearbeitet. Als erstes wird die Driving Range fertig gestellt sein, welche bereits im 3. Quartal 2007 eingeweiht werden kann. Bei günstigen Bedingungen soll die gesamte Anlage 2008 in Betrieb genommen werden.

Sagogn-Schluein

Der Golfförderverein Sagogn-Schluein GR hat vom Amt für Raumentwicklung Graubünden grünes Licht für den Bau des geplanten Golfplatzes erhalten. Im März wurde eine Aktiengesellschaft gegründet. Die Baukosten belaufen sich auf rund 9,6 Mio Fr., welche von 350 Mitgliedern, den Standortgemeinden, zinslosen Darlehen von Bund und Kanton sowie den Tourismusbehörden, Gewerbe und Hotellerie aufgebracht werden. Der von John Chilver-Stainer entworfene 18-Loch-Platz auf dem Plateau der Ruinaulta soll ab Frühling 2008 sukzessive eröffnet werden.

Tuggen

Die Chronologie der Ereignisse rund um ein Golfplatzprojekt in Tuggen SZ füllt
inzwischen ganze Ordner. Lanciert wurde die Idee 1992 (!). Immer wieder wurde die Sache durch Einsprachen verzögert. Im Februar 2007 dann ein Lichtblick: Die Gemeinde hat das Initiativbegehren zur Schaffung einer Golfzone für zulässig erklärt, welches eine Beschleunigung und Klärung hätte bringen sollen. Doch die Gegner wollten es gar nicht so weit kommen lassen und erhoben beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen die Initiative. Und dieses gab den Beschwerdeführern Recht. Damit ist der Golfplatz wieder in ferne Weite gerückt.

Wädenswil

Weil die ortsansässigen Landwirte ihr Land nicht an die Migros verpachten wollen, musste der orange Riese seine Pläne für einen 27-Loch-Platz in Wädenswil ZH vorzeitig begraben. Und dies, obschon die Migros den Pächtern 4000 Fr. Zins pro Hektar und Jahr geboten hatte. Ganz aufgeben will man bei Migros freilich nicht. Wie Projektleiter Matthias Reutercrona verlauten lässt, will die Migros jetzt intensiv nach einem Alternativstandort am linken Zürichseeufer Ausschau halten. Geprüft werden insbesondere Gebiete zwischen Samstagern und Hüttnersee.

Zwingen

Neu auf der Landkarte der Schweizer Golfplatzprojekte aufgetaucht ist jenes von Zwingen BL. Und es scheint, dass das 9-Loch-Vorhaben bei der Bevölkerung mit Wohlwollen bedacht wird. Die in sachlichem Ton stattfindende Diskussion anlässlich der Gemeindeversammlung führte jedenfalls zu einem klaren «Ja» zugunsten des Golfplatzes. Als Nächstes wird das Teilzonenreglement öffentlich aufgelegt. Die Zustimmung kam möglicherweise auch deshalb zustande, weil der auf beiden Seiten der Birs geplante Golfplatz von 13,8 ha Fläche der Bevölkerung eine neue Brücke beschert. Opposition erwartet die Initianten freilich von der kantonalen Kommission Natur und Landschaft, welche befürchtet, dass just dort, wo die Brücke hin soll, das Brut- und Jagdgebiet des vom Aussterben bedrohten Eisvogels liegt.

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Wachstum
Wenn nicht 2008, so 2009: Die Association Suisse de Golf (ASG) wird bald ihr 100. Mitglied und damit den 100. Golfplatz feiern können. Aktuell stehen 93 Klubs auf der ASG-Liste. Gams-Werdenberg, Oberkirch LU, Rheinfelden und Weid-Hauenstein wurden 2007 in die ASG aufgenommen; ihre Plätze werden in diesen Tagen eröffnet (Oberkirch) oder sind in Planung oder bereits im Bau. Zudem weist die ASG mit 50578 Membres einen neuen Mitgliederrekord aus.