Anfang Oktober weitet UPC Cablecom das Gratis-Wlan-Angebot Wi-Free auf die ganze Schweiz aus. UPC Cablecom-Kunden sollen in urbanen Gebieten dann kostenlos einen Internetzugang finden können, den andere Kunden bereitstellen. Das Angebot wirft viele Fragen auf. Klar ist, dass die Wi-Free-Nutzer nicht auf das private Wlan der Bereitsteller zugreifen können. Das versichert auch das Unternehmen.

Doch UPC Cablecom hält die Daten zu jeder Internetaktivität fest und speichert sie sechs Monate. Dazu ist der Internetanbieter verpflichtet, vergleichbar ist das mit allen Anschlüssen Zuhause: Es wird erhoben, wer sich wann und wo mit Wi-Free verbindet, sagt Unternehmenssprecher Andreas Werz. Die Daten würden jedoch nicht für Werbezwecke verwendet. 

Wie steht es um die Sicherheit?

Doch wie steht es um die Sicherheit? Können Nutzer mit dem Angebot ausgehorcht werden? Das freilich nicht. Laut UPC Cablecom verfügt Wi-Free über die gleiche Sicherheitsstufe wie das private Drahtlosnetzwerk (WPA2). Die dabei verwendete Verschlüsselung entspricht dem aktuellen Standard der Technik – und gravierende Schwachstellen wurden bislang nicht aufgedeckt.

Wie so oft gilt jedoch auch beim Wi-Free-Angebot: «Die Schwachstelle Mensch bleibt», sagt Guido Rudolphi, Sicherheitsexperte bei der Consultingfirma Netmon. Sollten die persönlichen Zugangsdaten für das Wi-Free-Netzwerk in falsche Hände geraten «ist dem Missbrauch kein Riegel mehr geschoben.»

Wer haftet für illegale Aktivitäten?

Und wer haftet für illegale Aktivitäten im Internet? Durch die Authentifizierung ins Wi-Free-Netzwerk liegt die Verantwortung immer beim einzelnen Internetsurfer. Dieser ist für seine Aktivitäten im Netz verantwortlich und kann dafür zur Rechenschaft gezogen werden. UPC-Sprecher Werz stellt klar: «Der Besitzer eines Wi-Free-Standortes ist nicht verantwortlich für Aktivitäten, welche an seinem Wi-Free-Standort stattfinden.»

Damit sind die möglichen rechtlichen Bedenken ausgeräumt. Was bleibt, ist die Befürchtung, dass populäre Hot-Spots eine Geschwindigkeitseinbusse erleiden könnten.

UPC Cablecom: «Neue Definition der Grundversorgung»

Morgen hat UPC Cablecom übrigens erneut zur Medienkonferenz nach Zürich geladen: Nachdem vor zwei Jahren die Grundverschlüsselung des TV-Empfangs aufgehoben worden war, spricht der Konzern in der Ankündigung nun von einer «neuen Definition der digitalen Grundversorgung in der Schweiz».

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