In Thailand sitzt der 27-jährige Hacker Farid Essebar auf Ersuchen der Schweiz in Haft. Der Hacker mit dem Pseudonym «Diab10» schaffte es bereits 2005 weltweit zu Bekanntheit, als er als Programmierer des Computerwurms Zotob enttarnt wurde.

«Zotob» grifft über eine Sicherheitslücke Windows-Rechner an und wurde von einem Ring von Kreditkartenschwindlern namens «0x90 Team» in Auftrag gegeben. Nach erfolgreichem Angriff wurden die Computer in ein so genanntes Botnetz integriert, das für zahlreiche kriminelle Aktivitäten verwendet wurde. Kurz nach dem Auftauchen von Zotob wurde Essebar mit Hilfe des FBI ein erstes Mal 2005 verhaftet und verurteilt - damals noch in Marokko.

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«Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage»

Der gebürtige Marokkaner mit russischem Pass ist nach zwei Jahren Fahndung in Bangkok in einer Wohnung aufgespürt worden, berichtete die «Bangkok Post». «Er wird an die Schweiz ausgeliefert», sagte ein Polizeisprecher der Zeitung.

Das Auslieferungsersuchen des Bundesamtes für Justiz (BJ) vom 17. September 2013 stütze sich auf einen «Haftbefehl der Bundesanwaltschaft wegen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage», sagte der Informationschef des Bundesamtes für Justiz, Folco Galli, der Nachrichtenagentur SDA.

Phishing-Attacken

Die «Bangkok Post» schreibt in ihrer Print-Ausgabe, dass Essebar von der Schweiz darum gesucht werde, weil er 2011 in ein Schweizer Internetbanking-System eingedrungen sei und insgesamt einen Schaden von mehr als 4 Milliarden US-Dollar angerichtet habe.

Der Chef von Thailands «Departement of Special Investigation» (DSI) sagte gegenüber der «Bangkok Post», dass mehrere tausend Personen in Europa wegen Essebar und seinen Kollegen Gelder verloren hätten, nachdem sie sich in gefälschte Banken-Webseiten eingeloggt hätten.

Die Bundesanwaltschaft erklärte gegenüber SDA, dass gegen mehrere Personen eine Untersuchung wegen sogenannter «Phishing»-Attacken und des Klaus von Kreditkarteninformationen eingeleitet worden sei. Es gehe in dem Fall um «beträchtliche Summen».