Das Übernahmeangebot von Konkurrent Helvetia hat dem Aktienkurs der Nationale Suisse kräftig Auftrieb verliehen. Der Wert der Aktien stieg am Montag um rund 25 Prozent und notierte kurz nach 10.45 Uhr bei 79.30 Franken.

Das Kursplus bewegte sich damit in der Grössenordnung des Aufschlags, den Helvetia zu zahlen bereit ist. Helvetia ist bereit, pro Nationale-Aktie 80 Franken zu zahlen. Die Differenz zwischen Handelskurs und Angebot dürfte sich damit erklären, dass ein Teil des Kaufpreises in Form von Helvetia-Aktien entrichtet wird.

Gefallen am Übernahmeangebot

Mit 360'000 Nationale-Papieren wurde am Montag in den ersten Handelsminuten an der Börse bereits das Zwölffache eines üblichen Tagesvolumens umgesetzt.

In ersten Reaktionen fanden die Finanzanalysten Gefallen am Übernahmeangebot. Der Preis, den Helvetia zu zahlen bereit ist, sei jedoch hoch und die Transaktion gross, hiess es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Der hohe Angebotspreis reflektiere die Notwendigkeit, die beiden anderen Grossaktionäre Mobiliar und Baloise von dem Vorhaben zu überzeugen, hiess es von Seiten der Bank Vontobel.

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Mobiliar äussert sich noch nicht

Nicht zuletzt wegen des hohen Preises verlor die Helvetia-Aktie am Montagmorgen etwas an Wert (-1,2 Prozent). Ein Kursplus verzeichnen konnte dagegen auch die Versicherungsgesellschaft Baloise, die mit rund 10 Prozent Aktienanteil eine der Hauptaktionärinnen der Nationale ist. Ihr Aktienkurs stieg bis 10.45 Uhr um 2,6 Prozent und damit am stärksten unter allen Titeln der dreissig grössten börsenkotierten Unternehmen der Schweiz.

Die Mobiliar, die grösste Aktionärin der Nationale, ist dagegen genossenschaftlich organisiert und damit nicht an der Börse kotiert. Die Mobiliar hat sich am Montag vorerst noch nicht zum Vorpreschen der Helvetia geäussert. Mit einem Aktienanteil von knapp 20 Prozent spielt die Genossenschaft für das Angebot aber eine entscheidende Rolle.

Gegenangebot könnte Übernahmekampf lancieren

So könnte die Mobiliar ein Gegenangebot lancieren und damit einen Übernahmekampf um die Nationale auslösen. Noch im April hat Mobiliar-Präsident Urs Berger in einem Interview allerdings eine feindliche Übernahme der Nationale ausgeschlossen.

Zudem ist das Kaufangebot der Helvetia auch nicht von der Zusage der Mobiliar alleine abhängig. Die Helvetia wird ihr Kaufangebot als zustande gekommen erklären, wenn ihr zwei Drittel der Anteile angedient werden, wie an der Medienkonferenz bekannt gegeben wurde.

(sda/dbe/sim)