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Gericht
Haftbefehl gegen Ameropa-Präsidenten

Andreas Zivy: Der Haftbefehl kommt aus Moskau. Keystone / Ameropa

Ameropa kommt durch einen Haftbefehl unter Druck. Doch der Agrarhändler mit Sitz im basellandschaftlichen Binningen weist Anschuldigungen aus Moskau zurück.

Von Marc Badertscher
am 21.01.2015

Ein Moskauer Bezirksgericht hat einen internationalen Haftbefehl gegen den Verwaltungsratspräsidenten des Agrarhändlers Ameropa mit Sitz im basellandschaftlichen Binningen, Andreas Zivy, ausgestellt.

Der Haftbefehl steht im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den russischen Düngemittelproduzenten Togliatti Azot (ToAz), an dem auch Ameropa beteiligt ist. ToAz soll unter anderem Steuerdelikte begangen haben. Das Verfahren hatte der russische Konkurrent Uralchem mit einer Anzeige vor zwei Jahren eingeleitet.

Haftbefehle bei Interpol

Ameropas Präsident Zivy bestätigt den Sachverhalt: «Wir rechnen mit der Möglichkeit, dass die internationalen Haftbefehle gegen mich, einen weiteren Kadermann von Ameropa und Vertreter der übrigen ToAz-Aktionäre in nächster Zeit veröffentlicht werden», sagt Zivy. Derzeit lägen die Haftbefehle bei Interpol in Moskau, von wo sie noch an die Interpol-Zentrale in Lyon geschickt werden müssten.

Das ist meist nur noch Formsache. Eine sachliche Prüfung erfolgt in Lyon nicht mehr. Ameropa weist die Anschuldigungen der Moskauer Behörden sowie jene von Uralchem integral zurück. Hintergrund des langjährigen Streits in der russischen Düngemittelbranche sind Bestrebungen, den Markt zu konsolidieren. So möchte Uralchem den Weltmarktführer ToAz übernehmen. Uralchem ist wie das Familienunternehmen Ameropa Minderheitsaktionär bei ToAz.

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