Der Agrarhändler Ameropa aus Binningen BL geht gegen den russischen Staat vor. Der Konzern mit weltweit 3000 Mitarbeitenden macht einen Bruch des Investitionsschutzabkommens zwischen Russland und der Schweiz geltend und reichte letzte Woche in Moskau Klage ein. Das Schreiben, ein sogenanntes schriftliches Begehren, das der «Handelszeitung» vorliegt, ist direkt auch an Präsident Vladimir Putin adressiert. Ameropa kritisiert die Behandlung des Unternehmens durch russische Untersuchungsbehörden, die Arrestierung von Aktien und den internationalen Haftbefehl gegen den Schweizer Ameropa-Chef Andreas Zivy.

Hintergrund des seit Jahren andauernden Streits ist ein Kampf um den russischen Düngemittelproduzenten TogliattiAzot, an dem Ameropa 12,9 Prozent hält. Die russische Uralchem möchte dieses Unternehmen und damit auch jene bei Ameropa liegenden Aktien übernehmen.

Vorwürfe wegen angeblicher Steuerdelikte

Doch Ameropa widersetzte sich. Seit zwei Jahren kommt es nun immer wieder zu Anschuldigungen an die Adresse von Ameropa unter anderem wegen angeblichen Steuerdelikten und damit zu juristischen Auseinandersetzungen, in welche zuletzt verstärkt russische Behörden in Moskau involviert sind. Dividendenzahlungen aus Russland sind blockiert,  Eigentum wurde beschlagnahmt. Ameropa weist alle Vorwürfe zurück.

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