Helvetia ist im vergangenen Geschäftsjahr gewachsen und hat den Gewinn deutlich gesteigert. Rückenwind gaben die boomende Börse und eine tiefere Steuerbelastung. In Spanien setzt der Versicherer wie angekündigt zu einem Wachstumssprung an.

Die Helvetia erzielte 2019 einen Gewinn von 538 Millionen Franken. Das entspricht einem Anstieg von knapp einem Viertel, wie die Gruppe am Mittwoch mitteilte. Grund war ein einmaliger Effekt aus der Unternehmenssteuerreform. Dieser allein trug über 90 Millionen zur Gewinnentwicklung bei.

Das Geschäftsvolumen stieg um 4,2 Prozent auf 9,45 Milliarden Franken. In Lokalwährungen gerechnet resultierte ein Wachstum von 5,6 Prozent. Vor allem die Sach-, aber auch die Lebensversicherung trugen dazu bei.

Im Sachgeschäft hielten sich die Belastungen durch Grossschäden aus Naturereignissen in Grenzen, so dass der wichtige Schaden-Kosten-Satz bei erneut tiefen 92,3 Prozent zu liegen kam. Ein Wert von unter 100 Prozent zeigt an, dass ein Versicherer dieses Geschäft profitabel betreibt. 2018 hatte mit 91,0 Prozent gar noch ein besserer Wert herausgeschaut. Aber auch im Lebengeschäft klingelten die Kassen. Hier nahm der Gewinn um 52 Prozent auf 224 Millionen Franken zu.

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Mit den am Mittwoch vorgelegten Zahlen hat Helvetia gewinnmässig allerdings etwas schlechter als von Analysten erwartet abgeschnitten. Den Reingewinn hatten die Experten im Durchschnitt (AWP-Konsens) bei 548 Millionen und die Combined Ratio bei 91,9 Prozent erwartet. Allerdings lag das Geschäftsvolumen über den erwarteten 9,11 Milliarden Franken.

Schaffung neuer Aktien

Mit der Umsetzung der Strategie «helvetia 20.20» biegt die Gruppe in die Zielgerade ein. Die Projekte und Massnahmen dazu seien auf Kurs. Die Eigenkapitalrendite lag 2019 mit 9,3 Prozent gut in der Zielspanne von 8 bis 11 Prozent. Das gleiche gilt für die SST-Kapitalquote, die zuletzt bei 215 Prozent stand (Ziel: 180 bis 240%).

Den nächsten Wachstumsschritt will der Versicherer in Spanien nehmen, nachdem das Schweizer Geschäft vor rund sechs Jahren mit dem Kauf der Nationale Suisse bereits stark ausgebaut worden war. Auf der iberischen Halbinsel will sich Helvetia wie Ende Januar bereits angekündigt für 780 Millionen Euro mit rund 70 Prozent am Versicherer Caser beteiligen. Damit stösst Helvetia am spanischen Sachversicherungsmarkt auf einen Schlag in die Top-10 vor.

Zur Finanzierung der Übernahme soll unter anderem das Kapital erhöht werden. Der Generalversammlung vom 24. April werde daher die Schaffung von genehmigtem Kapital in Höhe von 10 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals beantrgt. Rund die Hälfte davon sei für den Caser-Kauf vorgesehen, heisst es.

Trotz den grossen Plänen will Helvetia den Gürtel bei der Ausschüttung nicht enger schnallen und schlägt die Zahlung von 5,00 Franken je Aktie als Dividende vor. Das sind unter Berücksichtigung des im letzten Jahr durchgeführten Aktien-Split 20 Rappen mehr je Aktie.

(awp/mlo)

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