Für Herbert Scheidt ist die CS-Bespitzelungsaffäre ein Einzelfall. Der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung ortet deshalb auch keinen Handlungsbedarf nach der «Discredit Suisse»-Affäre.

«Wir sind keine Schiedsrichter», sagte Scheidt in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. «Jeder von uns verfolgt eine solche Angelegenheit natürlich sehr genau.» Und es sei beruhigend, wie CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner darauf reagiert habe.

«Schauen wir nach vorne»

Rohner habe sich entschuldigt und klar gemacht, dass die Anordnung der Bespitzelung falsch und unverhältnismässig gewesen sei. Er habe die Angelegenheit auch sehr bedauert. «Ich denke, wir sollten diese Entschuldigung akzeptieren», sagte Scheidt.

Die Bank habe sich «richtig und sauber» verhalten. «Auch wir bedauern, was geschehen ist, und jetzt schauen wir nach vorne», sagte der Präsident des Banken-Dachverbandes weiter.

Aus seiner Sicht handle es sich um einen Einzelfall, der auch als solcher betrachtet werden sollte, meinte Scheidt im Radiointerview. 

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Kein Handlungsbedarf

Wenn es Anhaltspunkte gebe, dass jemand die Regeln stark verletze, sei solch eine Überwachung zwar denkbar. Aber er selber habe in seiner 17-jährigen Tätigkeit bei der Bank Vontobel nie so etwas erlebt.

Handlungsbedarf sichtet Scheidt keinen. Es sei ja kein systemisches Risiko für den Bankenplatz vorhanden. «Dann müssten wir Bedenken haben», sagte er. Aber nach dem klaren Statement von CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner sehe er keine Veranlassung, etwas zu unternehmen; Rohner ist Vizepräsident der Bankiervereinigung.

Die Frage, ob die Causa Khan etwas über die Kultur in der Branche besage, verneinte der Vontobel-Präsident weitgehend: Es würden rund 100'000 Mitarbeiter in den Banken «jeden Tag einen fantastischen Job» machen – und diese Mitarbeiter seien repräsentativ.

Was bei der CS geschehen sei, sei ein Einzelfall, «und wir sollten ihn als solchen betrachten».

(rap | sda)