Kurzarbeit, Umsatzeinbrüche bis hin zum kompletten Stillstand von Fabriken, Home Office mit Arbeit auf Sparflamme – Corona wälzt die Wirtschaft um. Die Börsen sind stark gefallen und die Aktie von Ringmetall macht da keine Ausnahme. In den vier Wochen während des Corona-Crashs büsste der Kurs des Herstellers von Verschlusssystemen für Fässer 35 Prozent an Wert ein.

Während viele andere Unternehmen, wie beispielsweise Fluggesellschaften, Autobauer oder Detailhändler tatsächlich massiv vom Virus und dem Shutdown betroffen sind, zeigt sich beim Spannring-Hersteller aus München bisher aber noch keine Spur von Bremseffekten.

Italien – die Produktion läuft auf Volllast

Ganz im Gegenteil. Ringmetall-Chef Christoph Petri berichtete erst Ende März über einen stabilen Geschäftsverlauf im ersten Quartal und die Auftragslage deutet nach Aussagen des Managers auch für das zweite Quartal auf eine ähnliche Entwicklung hin. Erstaunlicherweise läuft es dabei im Moment wohl im von Corona sehr hart getroffenen Italien besonders gut.

Petri berichtet über eine hohe Nachfrage dort 20 Prozent über dem Normalniveau und die Ringmetall-Produktion im Land läuft auf Volllast. Seitens der Kunden gibt es dabei nicht nur erhöhten Bedarf, sondern sie bauen auch die Lager aus.

Der Umsatz in diesem Jahr soll deutlich steigen

Nachdem Ringmetall seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 9,3 Prozent auf 120,8 Millionen Euro steigern konnte, könnten die Ziele des Firmenchefs von Ringmetall für dieses Jahr auch aufgehen. Insbesondere auch wegen eines Zukaufs im Januar soll der Umsatz des Unternehmens in diesem Jahr auf 125 bis 135 Millionen Euro klettern.

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Da Manager Petri obendrein zusehends auf Kunden aus weniger zyklischen Brachen setzt und den Produktmix auf Margenstärke trimmt, soll das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern in diesem Jahr von 9,9 auf 11 bis 13 Millionen Euro steigen. Der Vorstand ist überzeugt von den guten Perspektiven.

Im März legte sich das Management von Ringmetall immerhin einige hunderttausend Stück an Aktien des eigenen Unternehmens ins Depot. Nachdem der Wert jetzt von der psychologischen Marke bei 2,00 Euro nach oben abgeprallt ist, setzen Anleger darauf, dass bald wieder Kurse wie zuletzt im Februar von über 3,00 Euro drin sind.

Ringmetall AG

ISIN: DE0006001902

Gewinn je Aktie 2021e: 0,25 €

KGV 2021e: 9,6

Dividende/Rendite 2019e: 0,06 €/2,5%

EK je Aktie: 1,64 €

EK-Quote: 47,0%

KBV: 1,5 

Kurs/Ziel/Stopp: 2,40/3,50/1,80 €

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert. Die jährliche Performance des Musterdepots seit Start im April 2010 beträgt +14,6 Prozent (DAX: +7,8 Prozent).

Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. In diesem Beitrag besprochene Aktien können zum Anlageuniversum zählen.