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Holzfirma Kronospan: Mitarbeiter feuerte tödliche Schüsse ab

Drei Tote und sieben Verletzte - das ist die Bilanz des Mittwochmorgens in der Holzfabrik der Firma Kronospan im Kanton Luzern. Der mutmassliche Täter galt als ruhiger Mitarbeiter. Unter den Opfern be

In der Holzverarbeitungsfabrik von Kronospan in Menznau LU sind am Mittwochmorgen drei Menschen ums Leben gekommen, darunter der mutmassliche Täter. Wieso die tödlichen Schüsse abgefeuert wurden, ist unklar. Dies gab die Luzerner Kantonspolizei bekannt.

Der Vorfall ereignete sich um 9 Uhr im Bereich der Werkstatt, eines Korridores zur Betriebskantine sowie in dieser selbst. Der Schütze schoss dabei nach Aussage von Kripo-Chef Daniel Bussmann mit einer Faustfeuerwaffe gezielt auf Personen.

Unter den drei Todesopfern befinden sich der bekannte 26-jährige Kranzschwinger Benno Studer und auch der mutmassliche Täter. Von den sieben Verletzten sind fünf schwer verletzt, wie die Polizei weiter bekannt gab. Die Toten werden obduziert.

Bei dem mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 42-jährigen Schweizer Mitarbeiter von Kronospan, der bisher nie aufgefallen sein soll. Der Täter sei viele Jahre bei Kronospan gewesen, «ein ruhiger Mann, sonst sind keine Zwischenfälle mit ihm bekannt», zitiert der «Blick» CEO Mauro Capozzo.

Unter Berufung auf Zeugen schreibt die «Neue Luzerner Zeitung», bei dem Täter handle es sich um einen Maschinenführer. Der ehemalige Kickboxer habe laut einem anderen Mitarbeiter psychische Probleme gehabt, sei aber nie aggressiv geworden.

Wichtiger Arbeitgeber für die Region

Die Regierung habe mit tiefer Bestürzung von den Todesfällen und Verletzten Kenntnis genommen, sagte Bundesratssprecher André Simonazzi. Der Bundesrat entbiete den Familien sein tiefes Beileid, fügte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf an. «Es ist unglaublich, was geschehen ist.»

Auch der Gemeindepräsident von Menznau, Adrian J. Duss, reagierte mit tiefer Betroffenheit. Was passiert ist, sei unfassbar, unbegreiflich und mache ihn sprachlos, sagte er der Nachrichtenagentur sda. Kronospan stellte die Produktion nach den tödlichen Schüssen vorläufig ein.

Der Ort Menznau zählt knapp 3000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Gemeinde ist 30 Quadratkilometer gross und befindet sich südlich von Willisau. Kronospan war gemäss der Gemeinde-Homepage 1966 der erste Industriebetrieb, der in Menznau Fuss fasste. Heute ist das Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitern ein bedeutender Arbeitgeber der Region.

Kronospan hatte Produktion gedrosselt

Kronospan fertigt Holzprodukte wie beispielsweise Spanplatten. Der Holzverarbeitungsbetrieb war zuletzt wie die gesamte Branche von einem akuten Rundholzmangel betroffen.

Vergangene Woche hatte der Verband Holzindustrie Schweiz mitgeteilt, dass einige Sägewerke - darunter auch Kronospan - die Produktion gedrosselt hätten. Der witterungsbedingte Ernterückstand aus dem Herbst habe nicht aufgeholt werden können.

Kronospan hatte 2010 einen Umsatz von 300 Millionen Franken erzielt. Die Firma ist im Besitz der Krono Holding, die wiederum dem österreichischen Unternehmer Ernst Kaindl gehört.

(tno/aho/sda)

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