Seit Dienstag ist der Hotelplan-Deal in trockenen Tüchern und von der eidgenössischen Wettbewerbskommission (Weko) abgesegnet. Der Reiseanbieter wurde von der Migros an den deutschen Reiseveranstalter Dertour verkauft. Am Freitagmittag wurde nun der Abgang von Hotelplan-Chefin Laura Meyer (43) verkündet.

«Mit dem Vollzug des Kaufs werden auch die Managementverantwortlichkeiten neu aufgestellt und die Aufgaben der Konzernleitung werden neu dezentral organisiert. Laura Meyer hat vor diesem Hintergrund entschieden, ihren beruflichen Weg ausserhalb des Unternehmens fortzusetzen und schliesst ihre Rolle als Hotelplan Group CEO per 30. September 2025 ab», schreibt Dertour.

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Laura Meyer war es, die sich nach der Verkaufsankündigung der Migros im Frühjahr 2024 kämpferisch gab. Sie lancierte eine Werbekampagne mit dem Claim: «Hotelplan schreibt man ohne M». Eine freche, klare Ansage.

Migros lobt Arbeit von Meyer

Knapp eineinhalb Jahre später jetzt das Aus. Auch Meyer äussert sich in der Medienmitteilung: «Ein wichtiges Kapitel geht damit für mich zu Ende – mit Stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben, und Dankbarkeit für die Zusammenarbeit mit einem grossartigen Team.»

Meyer trat Anfang 2021 die Nachfolge von Thomas Stirnimann (63) an, der die Hotelplan-Gruppe von 2012 bis 2021 geführt hatte. Die Schweizerin kam 2018 in den Hotelplan-Verwaltungsrat und war zuvor bei der UBS engagiert.

Von der alten Arbeitgeberin Migros gibts auch noch lobende Worte an die Adresse von Meyer: «Ein grosses Merci an CEO Laura Meyer, die ganze Konzernleitung und die Mitarbeitenden für ihren enormen Einsatz», sagt Michel Gruber, Migros-Kadermann und VR-Präsident von Hotelplan. Neben der Hotelplan-Chefin trennen sich auch die Wege von Schweiz-Chefin Nicola Pfammatter und Dertour.

Alle Reisebüros werden weitergeführt

Dertour informiert die Kundinnen und Kunden und versichert: «Die Angebote der beliebten Marken bleiben erhalten und werden zukünftig weiterentwickelt, alle gebuchten Reisen werden wie geplant durchgeführt, und sämtliche Angebote sind für jeden gewünschten Reisetermin buchbar. Alle Reisebüros werden weitergeführt.»

Die Vorteile des Zusammenschlusses sollen für Gäste möglichst schnell erlebbar sein, heisst es. Grundlage dafür sei die Einführung einer gemeinsamen technologischen Plattform, von der auch die Hotelplan-Marken profitieren sollen.

Co-CEO von Interhome geht

Auch bei Interhome kommts zu einem prominenten Abgang in der Chefetage. Die Migros hat die Ferienhaus-Anbieterin im Februar an Hometogo verkauft. Das Filetstück der früheren Hotelplan-Gruppe hat für einen Preis «im niedrigen dreistelligen Millionenbereich» den Besitzer gewechselt. Nun wird bekannt, dass Sylvia Epaillard, seit 2023 Co-CEO von Interhome, ihren Schreibtisch räumt.

Sie hat sich entschieden, das Unternehmen zu verlassen und ihre Rolle per Ende September abzugeben, heisst es in einer Medienmitteilung. Damit wird die bisherige Co-CEO-Struktur aufgelöst und Interhome wird künftig wieder von Jörg Herrmann als CEO geführt. Interhome bietet rund 40'000 Ferienunterkünfte in 28 Ländern an, die grösstenteils exklusiv verwaltet werden.