Der niederländische Lingerie-Hersteller Hunkemöller bereitet den Einstieg in den Schweizer Markt vor. Ende Juli hat der Beldona- und Calida-Rivale eine Schweizer Niederlassung gegründet, wie Unterlagen des Zürcher Handelsregisters zeigen. Gleichzeitig suchen die Holländer via Linkedin-Stelleninserat einen Landesverantwortlichen.

Der Unterwäsche-Gigant hat bereits im Mai angekündigt, dass die Schweiz im Visier sei. Gegenüber der «Schweiz am Wochenende» sagte der für die Expansion zuständige Marc Holike, dass Hunkemöller bis zu 50 Filialen eröffnen wolle. Laut dem Stelleninserat sind vorerst aber nur 10 bis 25 Ableger geplant.

Bär & Karrer als Marktbereiter

Wo der erste Store eröffnen wird, ist unklar. Das Unternehmen peilt aber eine landesweite Abdeckung an. Von Genf über Lausanne bis nach Bern, Luzern, Chur und Zürich: Sämtliche grösseren Städte der Deutschschweiz und der Romandie sind auf dem Radar der Holländer. Entsprechend muss der gesuchte Landesverantwortliche sowohl Deutsch als auch Französisch fliessend sprechen. Und natürlich Englisch – um mit der Zentrale in Amsterdam zu kommunizieren.

Die Fäden laufen aktuell noch bei der Anwaltskanzlei Bär & Karrer zusammen. Die Anschrift des renommierten Büros ist derzeit die Domiziladresse der neu geschaffenen Firma Hunkemöller Switzerland. Sie ist mit einem Aktienkapital von 100'000 Franken ausgestattet – deponiert beim Genfer Ableger des Geldhauses ING Belgium.

Lange Historie

Im Ausland ist Hunkemöller schon lange eine grosse Nummer. Das Unternehmen wurde 1886 in Amsterdam gegründet, eröffnete in den 70er-Jahren die erste Auslandsfiliale und ist mittlerweile eine etablierte Grösse – mit 800 Filialen verteilt auf dem ganzen Globus. Selbst in Marokko, Indien, Bahrain, Saudi-Arabien und Russland gibt es einen Hunkemöller-Store. In Nordeuropa sind die Niederländer laut eigenen Angaben Marktführer.

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Der Flagship-Store ist in Amsterdam. Grösster Markt ist Deutschland. Dort erwirtschafteten die Niederländer im jüngst abgelaufenen Fiskaljahr mehr als 170 Millionen Euro. Das sind über 40 Prozent des jährlichen Umsatzes. In der Schweiz ist Hunkemöller seit einem Jahr mit einem Online-Shop aktiv. Die Niederländer haben überdies einen Ableger in den Grenzstädten Lörrach, Waldshut, Singen, Konstanz, Dornbirn und Feldkirch.

Teurer als H&M

Hunkemöller führt ein breites Sortiment an Dessous-Produkten, darunter Nachtmode, Bademode, Strumpfmode, Sportmode. Preislich sei man etwas teurer als H&M, aber günstiger als andere Fachhändler, sagte das Unternehmen zur «Schweiz am Wochenende».

Zu den Kunden zählen Frauen aller Alterskategorien. Je nach Markt erwirtschaftet Hunkemöller aber mit Frauen im Alter von unter 30 Jahren bis zur Hälfte des Umsatzes, wie eine interne Statistik zeigt. Der Konzern beschäftigt über 4500 Mitarbeiter in 23 Ländern.