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Ikea verlängert Rückgabefrist in der Schweiz massiv

Einkauf bei Ikea: Noch ein Jahr später zurückbringen. Keystone

Das Möbelhaus Ikea wird kundenfreundlicher: Die Schweden verlängern in der Schweiz die Rückgabefrist von 90 Tagen auf ein Jahr. Das neue Angebot gilt schon bald.

Von Christian Bütikofer
am 17.08.2016

Wer sich seine Möbel bei Ikea Schweiz aussucht, dem gewähren die Schweden bisher eine Rückgabefrist von 90 Tagen. Nun legt der Konzern einen drauf: Ab 1. September können Kunden alle Einkäufe innert einer Frist von 365 Tagen zurückbringen, sagt ein Sprecher handelszeitung.ch. Die neuen Bestimmungen werden im neuen Katalog aufgeführt sein, der kommende Woche erscheint.

Ikea erstattet den vollen Betrag zurück, wenn die Gegenstände ungebraucht oder in einwandfreiem Zustand sind – auch wenn man sie bereits zusammengebaut hat. Matratzen können 90 Tage lang auch gebraucht zurückgebracht und gegen eine andere eingetauscht werden. Ausgenommen vom Rückgaberecht sind Gegenstände aus der Fundgrube.

Freude bei Stiftung für Konsumentenschutz

Gibt man die Ware retour, bekommt man entweder das Geld in bar zurück oder erhält es gutgeschrieben - je nachdem, welche Zahlungsmethode man beim Kauf wählte: Wer bar bezahlte, bekommt Bargeld zurück, wer mit Karte bezahlte, bekommt eine Überweisung auf das Kartenkonto. Ikea-Gutscheinkarten können jederzeit bezogen werden.

Bei der Stiftung für Konsumentenschutz kommt Ikeas Initiative sehr gut an. Geschäftsleiterin Sara Stalder: «Das ist eine gute, kundenfreundliche Lösung. Wir kämpfen mit dem Handel um ein, zwei Wochen Rückgaberecht – aber es gibt einzelne Firmen, die sehr fortschrittlich sind. Es ist unbegreiflich, dass sich das Parlament bisher gegen solche Verbesserungen gewehrt hat.»

Ikeas Landesgesellschaften können die Garantie- und Rückgabefrist unabhängig bestimmen. So kündigte der Konzern in Deutschland vor zwei Jahren an, die Rückgabefrist lebenslänglich zu gewähren. Nun kommt man im Grossen Kanton davon wieder ab und gewährt 365 Tage. Dass jetzt Schweizer und Deutsche bei den AGB gleichgestellt sind, begrüsst Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz. «Dass viele Händler, die in ganz Europa tätig sind, den Schweizern schlechtere AGB bieten als in der EU, ist ein grosses Ärgernis.»

Dreistufenmodell

Für die Verwertung der Rückgaben hat Ikea ein Dreistufenmodell in petto. Zurückgebrachte, einwandfrei verpackte Ware kommt wieder in den Verkauf. Neuwertige Modelle finden in der Fundgrube Platz und Unverkäufliches wird von der Firma recycelt. Stalder dazu: «Wir begrüssen sehr, dass Ikea auch eine Lösung fürs Recycling bereithält.»

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