Ob Motorboote, Segelyachten, Ruder- oder Schlauchboote, Liegeplätze, Trailer, Zubehör - im Schweizer Bootsportal www.boot24.ch werden Hobbybötler wie arrivierte Freizeitkapitäne fündig. Permanent können sie unter 2500 gebrauchten und neuen Schiffen wie auch Vorführbooten mit oder ohne Bodensee-Zulassung wählen. Gut ausgebaut ist auch die Information rund ums Boot. So finden sich bei www.boot24.ch zahlreiche Testberichte, die Namen der zehn meistgeorderten Marken oder die Adressen von Segel- und Motorboot-Fahrlehrern in der Schweiz.

Hinter boot24.ch stehen die beiden jungen Geschäftspartner Martin Dotti (28) und Andy Stahel (26), die während ihrer Lehre als Geomatiker vor zehn Jahren die Idee zu dieser Internetplattform hatten. Martin, der damals Regatten segelte, und Andy, der mit der 31 Fuss grossen Dehler-Jacht des Vaters gerne hart an der Windkante segelte, brauchten zwei Jahre, bis sie ihre Gebrauchtplattform so weit hatten, dass sie damit im Mai 2002 online gehen konnten.

«Eigentlich ist es von Anfang an recht gut gelaufen, obwohl wir damals noch Konkurrenz hatten und Gegenwind spürten», erinnert sich Dotti, und Stahel fügt bei: «Für unseren Internetauftritt hatten wir nur ein schmales Budget. Deshalb war es auch schwer, unsere Plattform bekannt zu machen.» Die ersten Inserate kamen von den Werften. Stahel: «Die mussten wir um Erlaubnis fragen, selbst den Inhalt redaktionell erarbeiten und Fotos übernehmen. Um uns bekannt zu machen, arbeiteten wir am Anfang gratis.»

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Heute 300000 Nutzer pro Monat

Nach der Lehre finanzierten Dotti und Stahel ihr Informatikstudium mit der Internetplattform. Dafür mussten sie allerdings viele Sonderschichten einlegen. Denn zunächst schaltete boot24.ch nur ein Inserat pro Tag. Im Herbst 2004 waren es deren zwei. Sechs Jahre später nun werden bis zu 250 neu erfasste Einzelinserate pro Monat von Privaten registriert. Dazu kommen die Eintragungen der über 130 Werften. Heute ist www.boot24.ch in der Schweiz klar die Nummer eins. Bis zu 300000 Nutzer besuchen die Seite jeden Monat. Der Mai und überraschend der August sind die Monate mit den höchsten Frequenzen.

«Bei uns läuft ein Inserat von einer Privatperson drei Monate. Der Eintrag kostet 45 Fr.», erklärt Dotti und weiss aus Erfahrung, dass gute Angebote in den ersten Tagen weggehen. «Der Rekord liegt bei zwei Stunden», lacht Stahel, verheimlicht aber nicht, dass viele Private falsche Preisvorstellungen haben und Boote, die nicht innerhalb der ersten Wochen verkauft werden, oft «in die Verlängerung gehen». Alle Boote, die wenige 1000 Fr. kosten, verkaufen sich schneller als Liebhaberboote oder über 100000 Fr. teure Schiffe. Stahel: «Die müssen manchmal ein bis zwei Jahre auf einen Käufer warten.»

Für die Schweiz prädestiniert

Ursprünglich wollten die beiden Erfinder von boot24.ch eine internationale Plattform kreieren, sie merkten aber schnell, dass aufgrund der differenzierten Gesetzgebungen und der Zusammenarbeit mit den Werften ein reiner Schweizer Auftritt vorteilhafter ist. Stahel: «Grundsätzlich werden mit boot24.ch Schiffe in der Schweiz gekauft und verkauft.» Obwohl sich die Schweizer Zulassungsnormen heute nur noch durch die Lärmbeschränkung von 72 dB von ausländischen unterscheiden, soll das auch so bleiben. Ausbauen möchten die boot24.ch-Gründer dafür die redaktionellen Informationen zum Bootskauf, über die Ausbildung zum Bootsführer mit Fahrlehrer usw., wie es heute schon aufgelistet ist. Dotti: «boot24.ch versucht, sich noch mehr auf einzelne Nischen und Gebiete zu spezialisieren.»

Dass Dotti und Stahel noch weitere heisse Eisen im Feuer haben, zeigt seit Sommer 2008 das neue Internetportal caravan24.ch, wo permanent 100 Wohnwagen und Wohnmobile angeboten und monatlich 30000 Besucher registriert werden. «Das ist viel schneller gegangen, als wir gedacht haben», sagen die beiden und verraten, dass Wohnwagenferien und Zelten zu ihren eigenen Jugenderinnerungen gehören und dass bei ihnen antizyklisch zuerst die Idee und im Nachhinein Businessplan und Geschäftsmodell kommen, weil dann mehr Spielraum für die Kreativität bleibe.

Auch Menüs über den Bildschirm

Es ist Viertel vor zwölf. «Jetzt haben wir Hunger», sagen die begeisterten Wasser- und Motorbootsportler Martin und Andy und klicken im Internet menu2.ch an. Ach so, dieser Auftritt ist ja auch brandneu von den beiden als Partner in der Gastroszene entstanden. «Eigentlich beim Mittagessen, das wir jetzt tagesaktuell auf einer elektronischen Menükarte mit Preisangaben wählen können», sagt Dotti. Nach dem Start im Mai 2009 gibt es heute im Schnitt eine Auswahl von 1000 Mittagsmenüs von beinahe so vielen Restaurants in der Schweiz. 500 personifizierte Kunden bekommen arbeitstäglich eine Menüauswahl von zehn Restaurants in ihrer direkten Umgebung.