Irland plant angeblich, den Banken, die während der Finanzkrise gerettet wurden, die Zahlung von Boni an ihre Mitarbeitenden wieder zu erlauben. Damit würde ein langjähriges Verbot aufgehoben. Nach Angaben des Finanzministeriums wird dem irischen Kabinett am Dienstag ein Bericht über das Privatkundengeschäft vorgelegt, der veröffentlicht werden soll, wenn er genehmigt wird.

Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person, die aus Gründen der Vertraulichkeit nicht genannt werden möchte, werden die Boni eines der Themen sein, mit denen sich die Überprüfung befasst, und es wird zu Änderungen kommen. Es ist zu erwarten, dass die Obergrenze bei 20’000 Euro liegen wird, wie die «Irish Times» berichtete.

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Gehaltsbeschränkungen für Führungskräfte aufheben

Der Staat hat vor kurzem seine Anteile an einigen der Banken, die er während der Finanzkrise gerettet hat, veräussert oder reduziert. Im Zuge der Rettungsaktion hatte er Gehaltsbeschränkungen auferlegt und Boni effektiv verboten. Im September nun verkaufte die Regierung ihre verbliebenen Anteile an der Bank of Ireland Group und reduzierte ihren Anteil an der AIB Group.

Finanzminister Paschal Donohoe plant, die Gehaltsbeschränkungen für Führungskräfte bei der Bank of Ireland aufzuheben. Zudem wolle er die Aufhebung der Gehaltsobergrenze von 500’000 Euro bei der AIB und der Permanent TSB Group Holdings vorschlagen, sobald der Anteil der Regierung auf ein «angemessenes Niveau» gesunken ist, wie die «Irish Times» berichtet.

64 Milliarden Euro in Banken investiert

Die AIB-Aktien stiegen am Dienstag im frühen Handel um 2,9 Prozent auf 3,01 Euro. Die Aktien der Bank of Ireland stiegen um bis zu 1,2 Prozent auf 7,26 Euro. 

Insgesamt hat der Staat während der Finanzkrise rund 64 Milliarden Euro in die irischen Banken investiert, etwa die Hälfte davon in die ehemalige Anglo Irish Bank und Irish Nationwide, die inzwischen abgewickelt wurden.

Die Regierung hat ihren Anteil an der AIB im Rahmen eines für Ende 2021 angekündigten Aktienhandelsplans bisher von 71 Prozent auf 57 Prozent reduziert. Nach Angaben von Bloomberg halten die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler etwa 62 Prozent an Permanent TSB. 

Die ehemalige Vorstandsvorsitzende der Bank of Ireland, Francesca McDonagh, hatte sich kritisch zu den Gehaltsbeschränkungen geäussert und behauptet, irische Unternehmen hätten dadurch einen Wettbewerbsnachteil. Dennoch wurde der Bank eine Ausnahme von der Begrenzung gewährt, um sie 2017 einzustellen, und ihr Nachfolger Myles O’Grady erhält laut «Irish Times» dasselbe Paket von 960’000 Euro.

(Bloomberg/bsc)