Die Luft wird für ausländische Privatbanken in der Schweiz zunehmend dünner. So hat etwa die israelische Bank Leumi ihr Schweizer Private-Banking-Geschäft an Julius Bär verkauft. Laut israelischen Presseberichten soll nun auch die viel kleinere Israel Discount Bank den kompletten Rückzug aus der Schweiz erwägen. Dies, obwohl die IDB 2008 für rund 36 Millionen Franken die konkurrierende Privatbank Arzi in Zürich gekauft hatte.

Die Bank, die unter dem Namen IDB (Swiss) Bank vor allem Kundengelder aus Israel verwaltet, schreibt laut der israelischen Tageszeitung «Haaretz» Verluste wegen zunehmender Regulierung und Kontrolle durch die Schweizer Behörden, wie Handelszeitung.ch berichtete.

In zehn Jahren keine Verluste

Die Bank habe in den letzten zehn Jahren nie Verluste gemacht, sagt dagegen Yizhak Trabelsi, CEO der Privatbank, gegenüber Handelszeitung.ch. Auch sonst sei nichts dran am Gerücht. «Unsere Bank ist klein und hat keinerlei Probleme mit den Steuerbehörden».

Tatsächlich weist die IDB (Swiss) Bank im Geschäftsbericht 2013 einen kleinen operativen Gewinn von 241'010 Franken aus. Im Vergleich zu den Vorjahren hat die Bank damit weniger Geld verdient. 2012 gab es einen Gewinn von rund 690'000 Franken und im Jahr 2011 blieben der Bank unter dem Strich gar noch 4,8 Millionen Franken.

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Der Verkauf der Privatbank Leumi

Am Pressebericht aus Israel sei richtig, dass die Bank alle Geschäftbereiche überprüfe. Entscheidungen seien aber noch keine gefallen, so Trabelsi. Allerdings hat die Bank, die vor 13 Jahren in die Schweiz kam, 2013 bereits ihre Filiale in Zürich geschlossen.

Laut Geschäftsbericht verwaltete die IDB (Swiss) Bank Ende 2013 rund 1,3 Milliarden Franken. Diese Summe sei inzwischen auf 1,6 Milliarden angewachsen, sagt Yizhak Trabelsi. Damit ist die Bank ein mittlerer Player in Genf.

Obwohl die Zukunft der IDB (Swiss) Bank im Moment noch offen ist: Ein möglicher Verkauf wäre bereits der zweite Rückzug einer israelischen Privatbank innert kurzer Zeit, nachdem Leumi ihre Privatbank an Julius Bär verkauft.

Leumi in Kategorie 1

Leumi verwaltet in der Schweiz rund sechs Milliarden Franken. Die Leumi Private Bank mit Sitz in Zürich gehört zu den zwölf Schweizer Banken in der Kategorie 1 des Programms des US-Justizministeriums zur Bereinigung des Steuerstreits. Die Israelis haben für eine mögliche Busse 245 Millionen Franken zurückgelegt.

Hintergrund für die Verkäufe sind nicht nur der Steuerstreit und strengere Regeln in der Schweiz, sondern auch höhere Eigenkapital-Anforderungen der israelischen Behörden. Erst vor zwei Wochen hat die Bankenaufsicht die Institute in Israel aufgefordert mehr Geld zur Absicherung von Hypothekenrisiken zur Seite zu legen.