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Jan Jenisch: Von Sika zu LafargeHolcim

Jan Jenisch: Wechselt von Sika zu LafargeHolcim. Keystone

Jan Jenisch verlässt das Innerschweizer Unternehmen Sika. Der 50-Jährige wechselt zu LafargeHolcim. Vermutet wird, dass die Sawiris-Gruppe im Hintergrund die Fäden zog.

Von Urs Paul Engeler
am 22.05.2017

Sika-Chef Jan Jenisch verlässt das Unternehmen und wird CEO beim Zementriesen LafargeHolcim. Der 50-Jährige tritt die Stelle Mitte Oktober an, wie LafargeHolcim in einem Communiqué von Montagmorgen bestätigt. Als Nachfolger Jenischs rückt Paul Schuler, derzeit Leiter der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) und Mitglied der Sika-Geschäftsleitung, zum Konzernchef auf, wie Sika in einer separaten Mitteilung schreibt. Demnach übernimmt Schuler das Amt des Konzernchefs per 1. Juli.

Der Wechsel schlägt in mehrfacher Hinsicht wie eine kleine Bombe ein: Er ist ein Erfolg für die LafargeHolcim-Führung, die rasch einen Ersatz für den über IS-Geschäfte in Syrien gestrauchelten Eric Olsen gefunden hat. Einen herben Schlag bedeutet er jedoch für das Sika-Management, das sich gegen eine Übernahme des Unternehmens durch die französische Saint-Gobain wehrt und nun mitten in der Auseinandersetzung den wichtigen Frontmann verliert.

Zentrale Figur

Jenisch, der intern ein äusserst straffes Regime führt, hatte, als zentrale Figur im Abwehrdispositiv, die Sika-Führungsriege und die gesamte Belegschaft auf den hart geführten Kampf gegen eine Übernahme der Firma durch die französische Traditionsfirma eingeschworen. Seine Durchhalteparolen basierten auf der öffentlich regelmässig verbreiteten Erklärung, die solide schweizerische Firma könne nur Schaden nehmen, wenn sie mit den Franzosen kooperiere. Dieses heimatschützerische Bollwerk gegen den Verkauf der Sika-Anteile der Gründerfamilie Burkard ins westliche Nachbarland, wurde medial als «Sika-Spirit» gefeiert.

Mit der Wende des CEOs verflüchtigt der viel beschworene hehre «Geist» sich jetzt gänzlich. Das Argumente-Konstrukt fällt in sich zusammen. Jenisch wechselt ausgerechnet zu einem Konzern, der vor zwei Jahren von einer rein schweizerischen Firma (Holcim) zu einem schweizerisch-französischen Grussunternehmen umgebaut wurde.

Doppelter Lohn

Im neuen Job kann der deutsche Manager seinen Lohn von aktuell 3,78 Millionen Franken mehr als verdoppeln. Sein gescheiterter Vorgänger Eric Olsen verdiente im ersten vollen LafargeHolcim-Jahr rund neun Millionen Franken.

Vermutet wird, dass die Sawiris-Gruppe den Jenisch-Transfer mitbeeinflusst hat. Der Trust hat seine namhafte Sika-Beteiligung kürzlich abgestossen und hält derzeit rund 5 Prozent der LafargeHolcim-Aktien.

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