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Rechtsstreit
Jean-Claude Bastos wird in Hochsicherheitsgefängnis verlegt

Jean-Claude Bastos
Jean-Claude Bastos: Er verwaltete früher die Milliardenguthaben des angolanischen Staatsfonds. Quelle: ZVG

Angolas Justiz fasst Jean-Claude Bastos hart an: Der Schweizer Geschäftsmann muss seine Haft in einem berüchtigten Gefängnis absitzen.

Veröffentlicht am 02.10.2018

Der Rechtsstreit zwischen Jean-Claude Bastos und dem angolanischen Staatsfonds hat sich zugespitzt: Der Schweiz-Angolaner ist in das Hochsicherheitsgefängnis Viana verlegt worden: Die Anstalt in der Hauptstadt Luanda ist für schlechte Haftbedingungen berüchtigt – so hat unter anderem das US-Aussenministerium mehrfach auf Menschenrechtsverletzungen in dem Gefängnis hingewiesen.
Bastos Zuger Finanzgesellschaft Quantum Global hat gegen die Haftverlegung ihres Chefs protestiert. Quantum sieht darin eine Einschüchterungstaktik des angolanischen Staatsfonds FSDEA via die Justiz, um aus den Verträgen mit Quantum auszusteigen.

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Bastos Verlegung sei eine Menschenrechtsverletzung und habe zum Ziel, Bastos von seinen Angehörigen und Freunden zu isolieren. Sein Aufenthalt in Viana stehe auch im Widerspruch zum Entscheid des angolanischen Justizministers (Attorney General). Dieser wollte Bastos offenbar in ein Gefängnisspital verlegen lassen, weil es dem Schweiz-Angolaner gesundheitlich schlecht geht.

Schlagabtausch zwischen Ex-Partnern

Mit Bastos Verlegung erreicht der monatelange juristische Schlagabtausch zwischen Bastos/Quantum und dem Staatsfonds einen neuen Höhepunkt. Früher waren Bastos und Quantum für die Investments des milliardenschweren Fonds zuständig – jetzt führen die beiden früheren Partner einen erbitterten Rechtsstreit auf zwei Kontinenten.

BERLIN, GERMANY - President of the Republic of Angola, Joao Lourenco at the press conference in the Federal Chancellery (Bundeskanzleramt), 2018 in Berlin, Germany.  (Photo by Felix Zahn/Photothek via Getty Images)
João Lourenço: Er ist der neue Präsident Angolas.
Quelle: 2018 Photothek

Der Fundo Soberano de Angola (FSDEA) wirft Batsos vor, in einen mehrere hundert Millionen Dollar schweren Betrugsversuch rund um Angolas Nationalbank beteiligt zu sein – einen Vorwurf, den Bastos zurückweist. Der Schweiz-Angolaner sitzt seit Mai in Angola fest. Mitte September wurde er in Untersuchungshaft genommen.

Hintergrund für den Rechtsstreit ist der Machtwechsel in dem südafrikanischen Land: Seit das Land von João Lourenço regiert wird, ist die frühere Elite rund um den Ex-Präsidenten José Eduardo dos Santos in Ungnade gefallen – und damit auch Bastos: Denn der Vermögensverwalter war dank exzellenter Beziehungen zu der ehemaligen Präsidentenfamilie an sein Mandat gelangt. Der Sohn des Ex-Präsidenten Zenú war ein Freund Bastos. Und wie Bastos ist Zenú nun in Untersuchungshaft. Auch ihm wirft die Justiz vor, in dem Betrugssversuch die Hände im Spiel zu haben.

(mbü)