UPC baut sein Angebot für Digitaltelefonie aus: Der Konzern kauft den Spezialanbieter E-Fon. Das Zürcher Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter im Bereich IP-Telefonie für Geschäftskunden in der Schweiz.

E-Fon wird in den Bereich UPC Business integriert, heisst es in der Konzernmitteilung. Dieser ist zuständig für Geschäftskunden der UPC in Österreich und der Schweiz.  «Mit der Integration des E-fon-Teams erweitern wir unsere Inhouse-Kompetenz für zeitgemässe Lösungen aus einer Hand», sagt Bereichsleiter Marco Quinter. Alle Mitarbeiter werden übernommen, die Marke E-Fon bleibt vorerst bestehen. Zum Kaufpreis werden keine Angaben gemacht.

Seit 2013 eng mit UPC verbandelt

Wie Dokumente zeigen, die handelszeitung.ch vorliegen, pflegte E-Fon schon länger mit UPC geschäftlichen Kontakt. Bereits 2013 trat der Spanier Ivan Nash Vila bei E-Fon in den Verwaltungsrat ein und amtete als Vertreter der UPC Cablecom.

Schon damals war man mit UPC geschäftlich verbunden. So habe CEO Stefan Meier im Jahr 2013 die «langwierigen Verhandlungen mit UPC Cablecom sehr gut gemeistert». An der Generalversammlung sprach Vizepräsident Ivan Nash den Rückzug von E-Fon aus der Ausschreibung für die Telefonielösung am neuen UPC Standort in Wallisellen an. Der Prozess und die Anforderungen an die Offertstellung hätten die Ressourcen von E-Fon derart gebunden, dass andere Projekte vernachlässigt worden wären. Die Geschäftsleitung von E-Fon hat die Chancen, die Ausschreibung in der vorliegenden Form zu gewinnen, als gering eingeschätzt. «Da unser gemeinsames Produkt jedoch die wichtigsten Anforderungen erfüllen kann, wurde bei UPC ein Pilotprojekt mit 50 Benutzern als Proof of Concept initialisiert», steht in den Akten. Und weiter: «Falls das Projekt erfolgreich ist, kann UPC die eigene Telefonielösung basierend auf der E-Fon Virtual PBX mit Unterstützung von E-Fon selber implementieren.»

UPC hielt bereits seit 2013 eine Minderheitsbeteiligung von 48,9 Prozent der E-Fon. Weitere Aktionäre waren CEO Stefan Meier mit 31,72 Prozent, Hubert Lämmler mit 2,59 Prozent, Beat Tinner für die Aventura Holding mit 12,3 Prozent und Sven Meier mit 4,37 Prozent. Früher waren auch die Meritech aus Zug und eine Time Angel LP Aktionäre von E-Fon.

Millionen-Dividenden

E-Fon war hochprofitabel, zeigen die Geschäftsberichte. Der Bilanzgewinn 2010 wurde mit 1,6 Millionen Schweizer Franken ausgewiesen. Davon erhielten die Aktionäre 115'000 Franken Dividende. Im Geschäftsjahr 2011 betrug der Bilanzgewinn 1,17 Millionen Schweizer Franken, davon gingen 900'000 Franken als Dividenden an die Eigner. In der Bilanz von 2013 standen 869'000 Franken Gewinn zu Buche, 769'000 gingen an die Eigner und im letzten Jahr machte die Firma 2,59 Millionen Franken Gewinn, satte 2,49 Millionen bekamen die Eigentümer.

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