1. Home
  2. Unternehmen
  3. Lattesso lanciert Cryptocoin: Jetzt kommt Kaffee auf die Blockchain

Loyalitätsprogramm
Jetzt kommt Kaffee auf die Blockchain

Kaffee
Auf den Kaffeebechern von Lattesso gibt es einen Code, mit dem sich Krypto-Coins einlösen lassen.Quelle: Keystone

Der Kaffeegetränke-Anbieter Lattesso bringt einen Krypto-Coin heraus. Wer genug Kaffee konsumiert, bekommt fortan Gratis-Getränke.

Von Bastian Heiniger
am 26.04.2018

Blockchain? Die meisten Konsumenten können sich darunter nicht viel vorstellen. Nun startet der Kaffeegetränke-Anbieter Lattesso mit einem Angebot, das auf der Blockchain basiert. Und die Technologie für den Alltag nutzbar macht. Ab Ende Mai werden die Lattesso-Becher mit einem Krypto-Coin versehen. Zu kaufen gibt es sie etwa bei Coop, Manor, Lidl, Volg oder an den Kiosken.

Anzeige

Und so funktioniert das konkret: Auf jedem Becher ist ein Code angebracht, der den Konsument und zum kostenlosen Bezug von Lattessocoins berechtigt. Das Sammeln funktioniert über eine App. Die Coins lassen sich schliesslich in kostenlosen Kaffee umtauschen – ähnlich wie in einem klassischen Loyalitätsprogramm.

Wieso eine Blockchain?

Doch wieso braucht es dazu eine Blockchain? Im Gegensatz zu bisherigen Sammelprogrammen liegen die Lattessocoins nicht beim Unternehmen, sondern auf einem nicht-manipulierbaren und offenen Blockchain-System. Coins gehören somit unabhängig von einem Unternehmen dem Besitzer, der seine virtuellen Münzen beliebig eintauschen kann. Ablaufdaten, Konditionen und Einschränkungen gehören damit der Vergangenheit an.

Latesso_Coin
Künftig sollen sich Lattessocoins auch in Tokens von anderen Anbietern tauschen lassen.
Quelle: Screenshot

Es gibt aber noch einen anderen Grund: Ziel ist, dass andere Unternehmen dazu kommen und der Nutzer die Coins untereinander austauschen kann. Konkret: Hat er genügend Lattessocoins gesammelt, will aber damit keinen Kaffee einlösen, kann er sie in Coins eines anderen Anbieters umtauschen. Möglich ist das dank der Plattform des Schweizer Startups Quiibee.

Konkurrierende Anbieter

Kürzlich berichtete die Handelszeitung über den Investor Ariel Lüdi, der mit seinem Startup Mobilebridge ein ähnliches Angebot lanciert. Während Mobilebridge ihr System international ausrollen, fokussiert Qiibee auf die Schweiz, um sich von hier aus in andere Länder zu verbreiten. Im Herbst sollen weitere Partner dazukommen, kündigt Lattesso in einer Mitteilung an. Welche will das Unternehmen noch nicht preisgeben.   

«Auch wenn das aktuelle Angebot noch nicht riesig erscheinen mag, ist unsere neue Promotion eine Pionierleistung», sagt Lattesso-Chef Erich Kienle. Dank des offenen Blockchain-Systems können die Konsumenten ihre Coins künftig auch in bares Geld umtauschen. Kryptowährungen und -tokens, zu denen auch die Lattessocoins gehören, sind frei handelbar. Die Nachfrage bestimmt den Preis.