Diese Woche hat ein neues Kapitel in der Geschichte der Kantonalbanken begonnen. Erstmals greift ein Institut eine ­benachbarte Bank offen an: mit einer ­Retailfiliale an bester Lage. Die Basellandschaftliche Kantonalbank, die nur noch unter ihrem  Kürzel BLKB auftritt, hat in Basel-Stadt eine Niederlassung mit zwanzig Mitarbeitenden eröffnet. Am Barfüsserplatz, im Zentrum der Altstadt, arbeiten nun zwanzig Mitarbeitende auf zwei Etagen – mit ­offener Kundenzone, Bankomat und Schaufensterfront. Der Basler Kantonalbank (BKB) als Platzhirsch bleiben zwei Bankomaten vis-à-vis.


Offiziell stapeln die Landschäftler tief. Bankchef John Häfelfinger diktiert in die Notizblöcke, es gehe nur darum, eigene Kunden, die in der Stadt arbeiten, besser bedienen zu können. Dass das geflunkert ist, weiss jeder – und es spielt auch keine Rolle.


Die Zeiten, da die Kantonalbanken eine grosse Familie spielten, sind längst vorbei. Der Versuch, wie Raiffeisen eine Gruppe zu bilden, scheiterte vor Jahrzehnten. Seither machen die Banken auf Harmonie, nur um sich hinten herum im wenig ­visiblen Geschäft mit Anlage-, Hypothekar- und Firmenkunden anzugreifen. Da ist die vollwertige Universalniederlassung der ehrlichere Ansatz.


Der Basler Kantonalbank tut der Angriff gut. Sie hat sich in den letzten Jahren viele Schnitzer geleistet – von hohen Bussen in den USA und Deutschland bis zur misslungenen Zürich-Expansion mit ihrer ASE-Betrugsaffäre. Zuletzt verlor sie wegen ihrer fragwürdigen Personalpolitik eine vielversprechende Kaderfrau an die UBS. Der eine oder andere Basler dürfte sich wohl über die Alternative freuen.

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  • Eine Reaktion mit Augenzwinkern: Zum Start der BLKB-Filiale auf ihrem «home turf» veröffentlicht die (Stadt-)Basler Kantonalbank ein Begrüssungsfilmchen: