Der Verwaltungsrat der Credit Suisse (CS) entscheidet laut der «NZZ am Sonntag» in der kommenden Woche über die Konsequenzen des Streits zwischen CS-Konzernchef Tidjane Thiam und dem früheren Divisionsleiter Iqbal Khan. Das Aufsichtsgremium müsse insbesondere prüfen, ob eine geplatzte Überwachungsaktion der Bank gegen Khan gerechtfertigt war.

Aus dessen Umfeld kämen nun neue Vorwürfe gegen die CS-Führung an die Öffentlichkeit. Die Zeitung beruft sich dabei auf Insiderinformationen. Demnach sei es bei den Auseinandersetzungen zwischen den beiden Managern um weit mehr als nur um einen privaten Streit um Baulärm gegangen. Khan habe den Verwaltungsrat auf Probleme aufmerksam gemacht, welche die Führungsstruktur der Bank betreffen. Im Zentrum habe die Machtfülle von Thiam gestanden. Khan habe daher eine Aufwertung der von ihm damals geführten internationalen Vermögensverwaltung verlangt.

Abwandern zur Konkurrenz

Die «Sonntagszeitung» und «Le Matin Dimanche» schreiben zudem, dass sich bei der CS aufgrund des Skandals die Personalabgänge beschleunigen würden. Die Informationen kämen von anderen Geldinstituten, die mit Bewerbungen von der CS regelrecht überhäuft würden.