Der Luzerner Liftbauer Schindler verliert den Kampf gegen die Chefin des Hyundai-Konzerns, Hyun Jeong Eun. Die Schweizer scheitern mit ihrer Verantwortlichkeitsklage in erster Instanz, wie das Unternehmen bestätigt. Sie forderten 718 Milliarden Koreanische Won Schadensersatz. Das sind umgerechnet 630 Millionen Franken.

Hintergrund ist ein Streit um die Konzern-Tochter Hyundai Elevator. Schindler kaufte 2006 über 25 Prozent am koreanischen Rivalen. In der Folge stockten die Schweizer auf 35 Prozent auf. Dann folgten mehrere Kapitalerhöhungen, die auf den Aktienkurs drückten. Schindler sah sich dreimal genötigt, eine Gewinnwarnung herauszugeben.

Diplomatie ohne Erfolg

Die Schweizer führen ins Feld, dass das Management von Hyundai Elevator nicht im besten Interesse der Aktionäre gehandelt hat. Die zahlreichen Kapitalerhöhungen seien unnötig fürs Kerngeschäft gewesen und hätten einzig dazu gedient, die serbelnde Reederei-Schwester zu retten.

Die Luzerner liessen nichts unversucht, um ihre Position klar zu machen. Laut koreanischen Medienberichten schaltete sich selbst der Schweizer Botschafter ein. Jörg Reding, der bis Mitte 2016 die diplomatische Mission in Korea leitete, traf sich vor wenigen Monaten offenbar mit dem koreanischen Wirtschaftsminister, um über Schindler und Hyundai zu sprechen.

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Berufung angekündigt

Das hat alles nichts genützt. Die Luzerner geben sich aber nicht so schnell geschlagen. «Schindler wird Berufung einlegen», sagt Konzernsprecher Florian Meier auf Anfrage der «Handelszeitung». Der Streit geht also in die nächste Runde.

Hyundai Elevator gehört zur Hyundai-Gruppe. 2015 machte das Liftunternehmen umgerechnet 1,3 Milliarden Franken Umsatz. Schindler hält mittlerweile nur noch rund 17 Prozent an der koreanischen Firma. Damit sind die Schweizer nach dem Mutterkonzern der zweitgrösste Aktionär.