Am Dienstag hat die UBS angekündigt, bald eine neue Kreditkarte zu lancieren, die beim Einsatz mit Fremdwährungen deutlich tiefere Devisen-Gebühren verrechent, und am Mittwoch zog die Bank Cler mit ihrem Online-Produkt Zak nach. Bei beiden Banken fallen die Fremdwährungszuschläge voraussichtlich um mehrere Prozentpunkte. Das ist erfreulich für die Kunden.

Ein Vergleich, den die HZ erst vergangene Woche erstellt hat, zeigt, wie unterschiedlich derzeit die Kosten beim Einsatz von Kreditkarten in Fremdwährungen sind. Innerhalb weniger Minuten wurden beim gleichen Händler mit unterschiedlichen Karten identische Zahlungen in Euro vorgenommen. Anschliessend berechneten wir, wie viel teurer der Einkauf war, als wenn er zum neutralen Devisenkurs von Reuters abgerechnet worden wäre. 

Der HZ-Test zeigt: Die Preisunterschiede sind gross

Die Unterschiede sind eindrücklich: Am teuersten war der Einkauf mit der Prepaid-Kreditkarte von Zak, die von Cornèrcard herausgegeben wird. Die 5 Euro wurden von der Bank mit 5.57 Franken belastet, was einem Wechselkurs von 1.1140 entspricht. Gegenüber dem damals geltenden Reuterskurs von 1.0655 entspricht das einem Aufpreis von 4.55 Prozent. Künftig soll bei dieser Karte die von der Bank verrechnete Fremdwährungsgebühr von 2 Prozent wegfallen. Beim aktuellen Beispiel verbliebe jedoch immer noch eine versteckte Devisenmarge von 2,55 Prozent. 

Die günstigste Karte im Vergleich war jene von Revolut. Die britische Online-Bank rechnete die Zahlung mit einem Kurs von 1.0660 ab, was gerade mal 0.05% mehr ist als der Reuterskurs. Zwar hat Revolut angekündigt, am Wochenende künftig einen Zuschlag von 1 Prozent zu verrechnen. Selbst dann dürfte die Karte aber in vielen Fällen noch zu den günstigsten gehören. 

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Hören Sie im Podcast «HZ Insights»: «So treibt Revolut die Schweizer Banken vor sich her»

Die UBS befindet sich mit ihrer Kreditkarte heute im oberen Mittelfeld. Sie belastete die 5 Euro mit 5.5 Franken was einem Wechselkurs von 1.1000 oder einem Aufpreis von 3.24 Prozent entspricht. Bei ihrer neuen Karte komme künftig ein Zuschlag von 0,5 Prozent zur Anwendung, kündigte die UBS am Dienstag an. Als Basis diene der Richtkurs von Mastercard. Da dieser in der Regel auch eine kleine Marge enthält, dürften UBS-Kunden künftig noch knapp ein Prozent für die Einkäufe in Euro bezahlen.

Noch extremer sind die Zuschläge, sobald in exotischen Währungen bezahlt wird. Im vergangenen Frühling hat die HZ zahlreiche Kreditkartenabrechungen ausgewertet und ist dabei auf Buchungen gestossen, die versteckte Kosten von gegen neun Prozent enthielten. 

Unterschiede gibt es bei den Karten auch dahingehend, wie diese im Alltag verwendet werden können. Nicht jede Karte kann mit jeder Bezahl-App kombiniert werden. Einige Kartenapps erlauben zudem das temporäre Sperren und wieder Entsperren von Karten («Freeze»), was besonders dann praktisch ist, wenn man die Karte gerade mal nicht findet. Auch rechnen noch immer nicht alle Banken die Fremdwährungstransaktionen in Echtzeit in Franken um. Teilweise erscheint die Abrechnung erst nach mehreren Arbeitstagen.