Nachdem bereits die Fintechs Neon und Yapeal angekündigt hatten, auf fette Fremdwährungskommissionen beim Kreditkartengeschäft zu verzichten, zieht jetzt auch die UBS nach: Künftig sollen ihre Kunden eine günstigere Alternative zu den bestehenden Kreditkarten erhalten. Sie müssen sich aber aktiv dafür stark machen.

Die Bank lanciere im August ein neues Kartenangebot mit einem reduzierten Spesensatz, teilt die UBS in einem Communiqué mit. Grösster Unterschied: statt den heutigen Fremdwährungszuschlägen, die inklusive Devisenmargen selbst beim Euro mehr als drei Prozent ausmachen können, soll künftig ein deutlich tieferer Aufschlag gelten: Die Einkäufe würden zum Mastercard-Referenzkurs zuzüglich 0,5 Prozent abgerechnet, heisst es. Insgesamt dürfte das etwa einem Prozent entsprechen.  

«Die neuen Karten werden in erster Linie für Kunden lanciert, welche digital-affin sind oder viel reisen», sagt Karin Oertli, COO UBS Schweiz.  «Wir bieten damit eine attraktive Alternative zu den Angeboten der Neo-Banken.»

Keine jährlichen Kartengebühren

Die Bank reagiert so auf den Druck, den neue Anbieter wie Revolut ausgeübt haben. Unter der Woche erhalten die Kunden von Revolut-Kreditkarten beinahe margenfreie Wechselkurse. Lediglich am Wochenende verrechnet der britische Online-Anbieter einen Aufschlag. Wie die Karte von Revolut soll auch die neue UBS-Karte keine jährlichen Kartengebühren aufweisen.

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Hören Sie im Podcast «HZ Insights»: «So treibt Revolut die Schweizer Banken vor sich her»

Lange weigerten sich die Schweizer Banken, auf diesen Preisdruck zu reagieren, weil sie mit den Fremdwährungszuschlägen viel Geld verdienen. Gerade bei exotischen Fremdwährungen können diese stark ins Geld gehen, wie die HZ mehrfach ausgerechnet hat. Denn hinter den ausgewiesenen Spesen verstecken sich oft unvorteilhafte Devisenkurse. 

Wer nicht wechselt, bezahlt weiterhin

Die UBS will diese Rabatte indes nicht allen Kunden automatisch zukommen lassen. Um die neue Karte müsse man sich aktiv bemühen, heisst es bei der Grossbank. Wer nichts unternimmt, bezahlt weiterhin die bestehenden Ansätze. So will die Bank den Batzen und das Weggli kriegen: Einerseits Revolut ein konkurrenzfähiges Produkt entgegenhalten, andererseits die Umsätze mit wenig preissensiblen Kunden nicht verlieren.

Die UBS zielt mit der Karte denn auch ausschliesslich auf eigene Kunden oder solche, die ihre Bankbeziehung zur UBS übertragen wollen. Die Vermarktung als Einzelprodukt für Kunden anderer Banken ist offenbar nicht vorgesehen. 

Debit Mastercard und Visa Debit statt Maestro und VPay

Nebst der neuen Kreditkarte kündigt die UBS auch an, was bereits die CS unlängst kommuniziert hat: Im Herbst sollen die heutigen Debitkarten «Maestro» und «Vpay» durch onlinefähige Debitkarten von Mastercard und Visa ersetzt werden. Diese können – mehr oder weniger – gleich eingesetzt werden wie Kreditkarten, belasten die Zahlungen aber weiterhin direkt auf dem Bankkonto.

An den neuen Debitkarten von Visa und Mastercard  verdienen die ausgebenden Banken deutlich mehr, da sie – anders als bei Maestro – prozentual am Kartenumsatz beteiligt werden. Diese Gebühren werden von den Händlern bezahlt, welche die Karten zur Zahlung akzeptieren.