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Getränke
Krombacher muss wegen Nestlé um Ruf fürchten

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Krombacher: Der Bierkonzern vertreibt seit kurzem auch Nestea.Quelle: Juergen Schwarz/Getty Images

Krombacher vertreibt seit kurzem Nestea von Nestlé. Jetzt braut sich wegen des Deals ein Sturm der Empörung zusammen.

Veröffentlicht am 11.06.2018

Nestlé ist die wertvollste Marke der Schweiz. Für Krombacher zahlt es sich aber zurzeit nicht aus, die Marke im Sortiment zu haben. In den sozialen Medien wird Krombacher nämlich hart kritisiert, weil der Bierkonzern seit kurzem den Nestea-Eistee vertreibt, der von Nestlé produziert wird.

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Ein halbes Jahr fand die Zusammenarbeit wenig Beachtung – bis jetzt: Eine Kundin kritisierte auf Twitter den Deal und rief zum Boykott von Krombacher auf. Mit ihrem Tweet hat sie auf den sozialen Medien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Zehntausende Mal wurde der Boykottaufruf auf Facebook geteilt.

Krombacher wirbt mit dem Schutz des Regenwalds. Dieses Engagement verträgt sich aus Sicht vieler Kunden offenbar nicht mit einer Zusammenarbeit mit Nestlé: Der Lebensmittelkonzern steht seit Jahren wegen seines Wassergeschäfts in der Kritik. Im Mai machte die Meldung Schlagzeilen, dass der französischen Gemeinde Vittel das Wasser ausgeht, weil Nestlé dort das gleichnamige Mineralwasser abfüllt. Viele Kritiker sprechen Nestlé grundsätzlich das Recht ab, Wasser kommerziell zu nutzen – Nestlé Waters ist der grösste Mineralwasseranbieter weltweit.

Palmöl aus nachhaltiger Produktion

Und auch wegen der Verwendung von Palmöl wird Nestlé angefeindet. Der Rohstoff steckt in vielen Produkten des weltgrössten Lebensmittelherstellers. Der Palmöl-Produktion fällt viel Regenwald zum Opfer – wobei Nestlé nach eigenen Angaben nur Palmöl verwendet, für dessen Anbau kein Regenwald gerodet wurde.

Krombacher versucht nun, die Kritiker zu besänftigen: Der Nestea werde bei Krombacher mit Wasser aus der Region hergestellt, betont der Konzern auf Facebook. Und der in Nestea enthaltene Tee stamme aus nachhaltigem Anbau und entspreche den Richtlinien der Umweltschützer der Rainforest Alliance. Für den Bierkonzern kommt die Kritik in den sozialen Medien auf jeden Fall zur Unzeit: Just jetzt beginnen mit der heissen Jahreszeit und der Fussballweltmeisterschaft die für den Bierbrauer wichtigsten Monate im Geschäftsjahr.

(mbü)

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