Börsianer reiben sich die Augen: Kann es sein, dass manche Anleger Aktien geschenkt haben wollen? Beim Blick auf KSB drängt sich die Vermutung auf. 2018 ging es mit der Notierung des Pumpenherstellers – dieser liefert unter anderem auch riesige Grosspumpen etwa für den Assuanstaudam am Nil oder Apparaturen für Industrie, Chemie, Bergbau oder die Wassertechnik – steil bergab.

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert. Die jährliche Performance des Musterdepots seit Start im April 2010 beträgt +14,6 Prozent (DAX: +7,8 Prozent).

Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. In diesem Beitrag besprochene Aktien können zum Anlageuniversum zählen.

Der Kurs hatte sich dabei von etwa 500 Euro zum Jahresstart auf rund 270 Euro fast halbiert. Denn vor zwei Jahren wurden Sonderabschreibungen auf Altprojekte erforderlich und das belastete das Ergebnis mit 25 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie rutschte damals von 21,36 auf 6,64 Euro. Im Folgejahr allerdings, 2019, schaffte KSB den Sprung zurück zu alten Gewinnniveaus.

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Alte Gewinnlevels waren zurück, der Kurs blieb im Keller

Der Umsatz im vergangenen Jahr kletterte um 6,1 Prozent auf 2383 Millionen Euro und der Gewinn sprang dabei auf 24,73 Euro. Das war sogar mehr als 2017 und in den Jahren davor. Denn seit vielen Jahren erzielt der Maschinenbauer in der Regel Ergebnisse um 22 Euro je Anteil.

Und die Aktie? Trotz des Gewinnschubs im vergangenen Jahr kam der Kurs auch bei Vorlage der vorläufigen Jahreszahlen im Januar kaum voran – die Kurslevels aus 2017 oder 2018 waren Lichtjahre entfernt. Und das war sogar noch vor Corona!

KSB notiert weit unter Buchwert und nur knapp über Cash

Die Pandemie allerdings hat der KSB-Aktie dann den Rest gegeben. Im März rauschte der Titel weiter in den Keller und dümpelt nach wie vor nicht weit über einem Elfjahrestief. Corona wird in diesem Jahr sicher seine Spuren hinterlassen.

Im ersten Jahr verzeichnete der Pumpenkonstrukteur einen Umsatzrückgang um minus 3,2 Prozent und die Prognose wurde einkassiert. Aber ob in diesem Jahr 5 Euro oder 20 Euro Gewinn je Aktie in den Büchern stehen, spielt bei KSB keine grosse Rolle. Denn der Titel ist jetzt so tief bewertet wie seit 2009 nicht mehr. Die KSB-Vorzüge notieren 45 Prozent unter dem Buchwert von 388.48 Euro.

Sogar der Cashbestand und die Nettofinanzposition liegen mit 160 und 170 Euro je Anteil nicht weit unter dem aktuellen Kursniveau. 2009 kam es zum schnellen Rebound vom Mehrjahrestief. Ein Jahr später hatte sich KSB verdoppelt, zwei Jahre danach sogar verdreifacht. So einen schnellen Rebound könnte es jetzt wieder geben.

KSB SE Vorzüge

ISIN: DE0006292030

Gewinn je Aktie 2021e: 20,0 €

KGV 2021e: 11,0

Dividende/Rendite 2020e: 5,0 €/2,3%

EK je Aktie: 388,48 €

EK-Quote: 37,1%

KBV: 0,6 

Kurs/Ziel/Stopp: 220,0/298,50/149,80 €

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