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Lindt-Chef Tanner steigt bei Karstadt-Eigner Benko ein

Roger Federer (links) mit Lindt-Chef Ernst Tanner: Der Lindt-Chef investiert in René Benko. Keystone

Lindt&Sprüngli-Chef Ernst Tanner beteiligt sich mit 10 Prozent an der Holding des österreichischen Immobilien-Investors René Benko. Auch ein Staatsfonds aus Abu Dhabi ist dabei.

Von Marcel Speiser
am 23.09.2015

Von Gold versteht Ernst Tanner viel. Als Alleinherrscher über den Kilchberger Schokoloaden-Konzern Lindt & Sprüngli vermarktet der schwerreiche Manager weltweit Goldhasen und Goldbären. Und jetzt lässt er sich auch noch auf einen Goldjungen ein.

Gemeint ist der Immobilien-Investor René Benko. Die Presse in seiner österreichischen Heimat hat ihm den Titel "Goldjunge mit Pokerface" verliehen. Der 38-jährige Selfmade-Millionär, dessen Vermögen auf rund 850 Millionen Euro geschätzt wird, ist seit einem guten Jahr Besitzer des deutschen Warenhaus-Konzerns Karstadt sowie der dazu gehörende Sportartikelkette Karstadt Sport. Ebenso gehören ihm die deutschen Luxus-Warenhauser der Kadewe Group.

Tanner ist Juniorpartner von Benko und Abu Dhabi

Seine geschäftlichen Aktivitäten hat Benko unter dem Dach der Signa Holding zusammengefasst. Und genau diese Dachgesellschaft gehört seit kurzen" zu 10 Prozent Lindt-Boss Ernst Tanner. Der Schaffhauser Manager ist damit der Juniorpartner von Benkos Familienstiftung, die einen kontrollierenden Anteil von 65,1 Prozent an der Holding hält. Und der Zürcher Falcon Private Bank von Firmenchef Eduardo Leemann. Die Bank, die einem Staatsfonds aus dem Öl-Emirat Abu Dhabi gehört, hält neu 24,9 Prozent an der Signa Holding.

Tanner war schon lange bei Signa investiert, bislang allerdings nur bei Unterfirmen der Holding. Jetzt gehört er zu den drei Aktionären der Dachgesellschaft. Das Investment von Tanner und der Falcon Bank wurde möglich, weil sich Benkos langjähriger Partner George Economou, ein schwerreicher griechischer Reeder, aus der Signa-Gruppe verabschiedet hat.

"Befreundet"

Zu seinem Investment sagt Ernst Tanner: "Ich bin seit einigen Jahren mit René Benko befreundet und war von Anfang an von der Entwicklung der  Gruppe beeindruckt. Nach Jahren der ausgezeichneten Zusammenarbeit ist es nun eine logische Konsequenz, mich an der Signa Holding zu beteiligen."

Benko hat Tanner und Falcon-Chef Leemann auch in den strategischen Beirat der Signa geholt. Dort wimmelt es von Prominenz. Im Gremium sitzen unter anderem der frühere österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, die deutsche Berater-Legende Roland Berger und der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.

Benkos Signa Holding besitzt ein Immobilienvermögen von über 6 Milliarden Euro und setzt bei Karstadt rund 3 Milliarden Euro um.

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